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123 Sichere ökologische Geldanlagen im Test

ÖKO-TEST Oktober 2012
vom 28.09.2012

123 Sichere ökologische Geldanlagen im Test

Schutzschirm für Erspartes

Die Finanzkrise hat auch gute Seiten - sie kurbelt die Nachfrage nach ethisch-ökologischen Spar- und Fondsanlagen kräftig an. Doch nur wenigen Anbietern gelingt der Spagat zwischen einer wirklich sauberen und zugleich rentablen Anlage.

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28.09.2012 | Nachhaltige und Kirchenbanken werden schon seit 2008 mit neuen Anlagemitteln geradezu überschwemmt. Denn immer mehr Sparer und Anleger wollen nicht nur wissen, wie und wo ihr Geld arbeitet. Sie schätzen auch, dass nachhaltige Banken durch Verzicht auf Finanzmarktspekulationen weniger ökonomische Risiken bergen - und daher auch nicht zu den Verantwortlichen für die aktuelle Krise zählen. Darüber hinaus bieten grüne Banken durch die Offenlegung ihrer Kreditportfolien und Kapitalanlagen optimale Transparenz. Das verleiht ihnen Glaubwürdigkeit im Hinblick auf ihre Anlageziele und verschafft ihnen einen Vertrauensvorschuss, den herkömmliche Institute längst verloren haben.

Der Trend zu grüner Geldanlage sorgt auch am Markt für Aktien und Anleihen seit Jahren für Aufbruchsstimmung. Anders als Bankanlagen schützt der Besitz von Fonds, die breit gestreut in Aktien und Anleihen von nachhaltigen Unternehmen investieren und jederzeit über die Fondsgesellschaft zurückgegeben oder über die Börse verkauft werden können, zwar nicht vor zwischenzeitlichen Kursverlusten. Doch wenn man sie mit Zinsanlagen richtig kombiniert, lassen sich die Risiken begrenzen.

ÖKO-TEST hat daher 72 Offerten von zwölf Banken unter die Lupe genommen sowie 51 nachhaltige Investmentfonds von 18 Fondsgesellschaften auf Qualität der Anlagepolitik, Rentabilität und Kosten überprüft: 34 Aktien-, 8 Misch-, 8 Renten- und einen Geldmarktfonds.

Das Testergebnis Sparanlagen

Mit ihren Sparangeboten müssen sich nachhaltige Banken wie die GLS-Bank aus Bochum, die Triodos aus Frankfurt, die Ethikbank aus Eisenberg oder die Nürnberger Umweltbank nicht verstecken. Die Erträge sind zwar allesamt nicht üppig. Doch das liegt an der momentanen Niedrigzinsphase und nicht etwa daran, dass ethisch-ökologische Anlagen geringere Erträge abwerfen als konventionelle. Im Gegenteil: Die Zinsangebote der grünen Banken liegen im Schnitt auf dem gleichen Niveau wie bei herkömmlichen Instituten - und zwar überwiegend im Mittelfeld des Gesamtmarkts.

Spitzenzinsen von mehr als zwei Prozent, wie sie Auslands- oder Direktbanken derzeit noch vereinzelt bieten, dürfen Anleger jedoch nicht erwarten. Die beste Offerte beim Tagesgeld macht mit 1,15 Prozent Rendite pro Jahr derzeit die niederländische Triodos Bank, die seit Ende 2009 in Frankfurt eine Filiale unterhält und der niederländischen Einlagensicherung unterliegt. Die gilt als genauso sicher wie die deutsche. Geschützt sind wie EU-weit üblich 100.000 Euro pro Sparer.

Ansonsten ist die Nürnberger Umweltbank Top. Für 500 Euro Mindestanlage gibt es hier 1,05 Prozent Zinsen für Sparbuch und Tagesgeld. Für den zweijährigen Sparbrief sind sogar 1,5 Prozent drin, bei vier Jahren Anlagedauer gibt es mit 2,0 Prozent noch etwas mehr. Die ausschließlich auf Finanzierung und Förderung von Umweltprojekten spezialisierte Bank unterliegt allerdings nur der gesetzlichen deutschen Einlagensicherung. Gesichert sind daher auch hier 100.000 Euro pro Sparer.

Die kirchliche


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INIK Fonds

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Projektsparbrief

GLS Bank

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ZKB (LU) Sustainable World - Balanced (EUR) A

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IP Concept / Zürcher Kantonalbank

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Kepler Ethik Rentenfonds (T)

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Pictet-European Sustainable Equities P-EUR

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SAM Sustainable Climate Fund EUR

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SAM

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Bankprodukte, Klima- und Projektsparbriefe: Ausgewählt wurden nur einlagengesicherte Sparanlagen von grünen oder kirchlichen Banken, die ihre gesamte Geschäftspolitik nach ethischen, sozialen und/oder ökologischen Kriterien ausrichten oder spezielle Sparanlagen konventioneller Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, bei denen die eingesammelten Gelder in den Ausbau regenerativer Energien fließen ( so genannte Klimasparbriefe). Sämtliche Daten wurden von ÖKO-TEST im Internet auf den Homepages der Banken erhoben, einer gründlichen Prüfung unterzogen und zudem die Renditen für die einzelnen Laufzeitbereiche berechnet. Anschließend wurden die Daten den Anbietern zur Überprüfung zurückgespielt. Danach wurden die Ergebnisse für jeden Laufzeitbereich von ÖKO-TEST bewertet. Zur Ermittlung des Ranges wurden die Renditen der jeweiligen Anlageform (Tagesgeld/Sparbuch bzw. Festgeld 12 Monate) bzw. der Angebote je Laufzeit bewertet. Dafür wurde die Differenz zwischen der jeweils höchsten Rendite der untersuchten nachhaltigen Banken und den niedrigsten marktüblichen Zinssätze (auch bei konventionellen Banken) für die jeweilige Anlageform bzw. den Laufzeitbereich berechnet und jeweils in sechs gleich große Klassen geteilt. Auf diese Weise können Anleger nicht nur erkennen, welche nachhaltige Bank ihnen das beste Angebot macht, sondern auch wie die Offerte im Vergleich zum Gesamtmarkt einzustufen ist. Angebote ausländischer Institute und/oder von Direktbanken wurden dabei allerdings nicht berücksichtigt.

Öko-Fonds: Ausgewählt wurden offene Investmentfonds, die nach ESG-Kriterien anlegen, zum Untersuchungsstichtag 31.07.2012 überwiegend schon mindestens drei Jahre am Markt waren und zu diesem Termin bereits ein FNG- Nachhaltigkeitsprofil für Anleger erstellen, aus dem ihre Anlagepolitik, das Auswahlverfahren und die beachteten Positiv- und Negativkriterien ersichtlich sind. Darüber hinaus mussten die Fonds für deutsche Privatanleger erhältlich sein. Sämtliche Informationen zu den Fonds wurden von ÖKO-TEST im Internet auf den Homepages der Fondsgesellschaften, bei Eurosif oder auf der Homepage vom Forum nachhaltige Geldanlagen, von www.nachhaltiges-investment.org und/oder bei Morningstar, fit4fonds.de oder onvista erhoben, einer gründlichen Prüfung unterzogen und den Fondsgesellschaften anschließend zur Überprüfung zurückgespielt. Zur Ermittlung des Ranges wurde eine Gesamtnote gebildet, in die Note für Transparenz zu 20 Prozent einging, die Note für die Qualität des Auswahlverfahrens zu 50 Prozent, die Note für die Analyse der Top-Ten-Titel zu weiteren 30 Prozent in die Gesamtnote ein. Die Gesamtbewertung konnte allerdings nicht besser sein als die Note für das Auswahlverfahren, wobei Note 1 / 1. Rang fünf Sternen entspricht, Note 5 / 5. Rang einem Stern. Außerdem konnte ein Fonds, der nicht alle acht ÖKO-TEST Mindestkriterien erfüllt (keine Aktien oder Anleihen aus den Bereichen Atomenergie, Gentechnik, Rüstungsgüter / Waffen, keine Verzicht auf Tierversuche, ausbeuterische Kinderarbeit, fragwürdige Wirtschaftspraktiken / Korruption, keine Verstöße gegen ILO-Konventionen und Verstöße gegen die Menschenrechte), bestenfalls Rang 2 (vier Sterne) erreichen. Das gleiche gilt, wenn sich fragwürdige Aktien unter den Top-Ten-Titeln befinden. Bei der Note für die Qualität des Auswahlverfahrens haben wir zunächst die unterschiedlichen Verfahren bewertet. Für die Auswahl allein nach Positiv- oder allein nach Negativkriterien sowie für das Best-In-Class-Verfahren gab es maximal 1 Punkt. Für die Kombination des Best-in-Class-Ansatzes mit Negativkriterien 1,75 Punkte, kommen spezielle Positivkriterien hinzu (Best-in-Class-Verfahren mit Positiv- und Negativkriterien), gab es zwei Punkte, wird zusätzlich auch nach der ESG-Bewertung von Branchen gewichtet (Best-of-Class-Verfahren plus Best-in-Class-Verfahren mit Positiv- und Negativkriterien), waren 2,5 Punkte erreichbar. Das gleiche gilt, wenn der Fonds seine Investments ausschließlich anhand eines dezidierten Katalogs von Positiv- und Negativ-Kriterien auswählt. Zusatzpunkte konnten erworben werden, wenn der Fonds das Auswahlverfahren mit einem Engagementansatz kombiniert (maximal plus 0,5 Punkte, davon jeweils 0,25 Punkte für die Stimmrechtsausübung auf Hauptversammlungen und für den direkten Dialog mit den Unternehmen). Weitere Pluspunkte (jeweils 0,25 Prozent) brachte die Einbindung von Research-Urteilen renommierter ESG-Research-Agenturen, deren Zertifizierung nach CSRR-QS-Standard sowie die Kontrolle durch einen externen Anlageausschuss oder Beirat. Insbesondere Themenfonds konnten zudem weitere Pluspunkte (max. 0,5 Prozent) für die Festlegung und Präzision spezieller Positivkriterien erwerben. Anschließend wurde für jeden ESG-Bereich separat geprüft, ob der Fonds den von ÖKO-TEST gesetzten Katalog an Negativkriterien erfüllt. Falls der Fonds einzelne Kriterien nicht erfüllt, wurde geprüft, zu wie viel Prozent, der Mindestkriterienkatalog erfüllt ist - und zu wie viel Prozent nicht. Dafür gab es Abzugspunkte. Wurden der Mindestkriterienkatalog nur knapp verfehlt, gab es 0,25 Minuspunkte. Wurde er noch bis zu wenigstens 50 Prozent erfüllt, gab es 0,5 Minuspunkte. Wurden wenigstens 30 bis 50 Prozent der Mindestkriterien beachtet, gab es 0,75 Minuspunkte, bei niedrigeren Werten gab es einen Minuspunkt. Darüber hinaus war die Erfüllung der Mindestkriterien aber auch eine absolute Hürde. Einen besseren Rang als Platz zwei konnten Fonds nicht abschneiden, wenn sie die Mindestkriterien nicht erfüllen. Fonds, die den Mindestkriterienkatalog nicht nur erfüllen, sondern weitere Ausschlusskriterien setzen, konnten dagegen bis zu 0,5 Pluspunkte erzielen, wenn es sich um Kriterien handelt, die aus dem UN Global Compact abgeleitet sind. Bei anderen, oft ethisch motivierten Ausschlusskriterien waren bis zu 0,25 Pluspunkte möglich. Anschließend wurden die Noten aus den einzelnen Bausteinen zu einer Gesamtnote für das Auswahlverfahren addiert. Abschließend wurden die Top-Ten-Titel bewertet. Sofern sich darunter kein Wertpapier aus der Liste der unverantwortlichen Emittenten fand, gab es die Note 1. Jeder Problemtitel, der sich unter den Top-Ten-Werten befand, führte dagegen zur Abwertung um einen Rang. Sofern sich fünf Problemtitel unter den Top-Ten befanden, gab es daher die Note 6. Abschließend wurde die so ermittelte Gesamtnote mit dem Rang beim Auswahlverfahren verglichen. Besser als die hier erreichte Note konnten die Nachhaltigkeitsfonds auch bei sauberem Portfolio nicht abschneiden. Der Grund: Bei unterdurchschnittlichen Werten im ESG-Screening können wir nicht prüfen, Portfolio-Qualität vielleicht nur Zufall oder Absicht ist. Das Screening-Verfahren lässt die Investition in Problemtitel auf jeden Fall zu. Einzig bei den Themenfonds haben wir hier eine Ausnahme gemacht. Weil diese Fonds vor allem auf dezidierte Positivkriterien setzen und ohnehin nur in Aktien aus umweltfreundlichen und sozial verträglichen Branchen investieren, stellt das Bewertungsverfahren für Themenfonds eine sehr hohe Hürde dar. Auch besonders scharf gestellte Positivkriterien können hier zu einer guten Portfolioqualität führen. Zur separaten Bewertung der Fondskosten haben wir die Gesamtkostenquote der Fonds mit der vom Fondsanalysehaus Lipper ermittelten durchschnittlichen Gesamtkostenquote der jeweiligen Fondskategorie l verglichen. Die Wertentwicklung sowie die Risikokennziffern der ÖKO-Fonds haben wir mit der durchschnittlichen Wertentwicklung der jeweiligen Fondsgruppe verglichen, die konventionell investiert. Maßgebend war dabei die Durchschnittsrendite der Fondsgruppe laut Statistik des Bundesverbandes der Investmentgesellschaften per 31.07.2012. Anschließend haben wir die Standardabweichung von der durchschnittlichen Wertentwicklung der jeweiligen Fondsgruppe ermittelt und die Fonds anhand dieser Abweichung anschließend in sechs gleich große Klassen eingeteilt, wobei die Durchschnittsrendite der Fondsgruppe jeweils den Marktdurchschnitt repräsentiert. Fonds mit einer durchschnittlichen Rendite haben im jeweiligen Untersuchungszeitraum daher eine annähernd gleiche Rendite erzielt wie der Durchschnitt konventioneller Fonds aus dieser Gruppe. Die so ermittelten Noten für das Renditeranking stellen aber nur eine Zusatzinformation da. In die Gesamtnote flossen sich nicht ein.