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US-Umweltminister Scott Pruitt legt Amt nieder

06.07.2018

US-Umweltminister Scott Pruitt legt Amt nieder

Rücktritt nach zahlreichen Skandalen

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06.07.2018 |

Der US-amerikanische Umweltminister Scott Pruitt hat sein Amt nieder gelegt. Pruitt ragte selbst in der an Skandalen nicht armen Administration von Präsident Donald Trump noch heraus. Zuletzt warfen ihm amerikanische Medien vor, Steuergeld in Millionenhöhe verschleudert und fragwürdige Immobiliengeschäfte begangen zu haben. Donald Trump akzeptierte nun Pruitts Rücktrittsgesuch. Neuer Umweltminister und damit Chef der amerikanischen Umweltbehörde EPA solle Pruitts bisheriger Stellvertreter, Andrew Wheeler, werden.

Scott Pruitt: Vom erbitterten Gegner der EPA zum Chef

Als Oberster Richter von Oklahoma hatte Pruitt vor seiner Ernennung zum Umweltminister die Arbeit der EPA hart bekämpft. So bremste er durch seine Entscheidungen etwa den Clean Power Plan von Präsident Barack Obama aus. Trumps Vorgänger wollte damit seinen Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen leisten. Auch deshalb urteilten zahlreiche Umweltschützer in den USA, mit der Berufung Pruitts habe Trump den Bock zum Gärtner gemacht. Der seitherige Chef hatte die Aufgaben, das Budget und die Kompetenzen der EPA in den vergangenen anderthalb Jahren massiv zurückgefahren. Eine Politik, die auch unter dem neuen Chef fortgesetzt werden soll, erklärte Trump über Twitter.

US-Umweltminister Pruitt galt bisher als unantastbar

Bisher galt der Hardliner Pruitt als nahezu unantastbar, schreibt Peter Winkler, Washington-Korrespondent der Neue Zürcher Zeitung. In der Online-Ausgabe der Zeitung nennt er alleine neun handfeste Skandale, die jeder einzelne schon für einen Rücktritt habe sorgen können. Die Vielzahl an Vorwürfen - unter anderem Lobbyarbeit gegen die eigene Behörde, teure Charter- und Erste-Klasse-Flüge von Washington nach Oklahoma sowie eine 43.000 Dollar teure abhörsichere Telefonzelle für sein Büro - sind ihm nun aber doch zum Verhängnis geworden. Zuletzt kündigte der Ethikrat der EPA an, gegen den eigenen Chef ermitteln zu wollen. Das brachte schließlich das Fass zum Überlaufen.

Scott Pruitt wollte Justizministerium übernehmen

Pruitt war während seiner Amtszeit nicht verlegen, auch offen nach höheren Ämtern zu streben. Selbst als er mit massiven Korruptionsvorwürfen konfrontiert war, habe er Trump angeboten, den ebenfalls höchst umstrittenen Justizminister Jeff Sessions abzulösen.


Weiterführende Links

https://www.nzz.ch/international/trumps-umweltminister-scott-pruitt-am-schluss-war-es-dann-doch-ein-skandal-zu-viel-ld.1401269

https://www.nytimes.com/2018/07/05/climate/scott-pruitt-resigns.html

https://www.oekotest.de/freizeit-technik/blickpunkt/Klimawandel-im-Faktencheck_500023_1.html

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