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Luftverschmutzung

23.02.2018

Luftverschmutzung

Stickstoffbelastung bleibt kritisch

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23.02.2018 | Die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid, Feinstaub und Ozon fiel 2017 geringer aus als zuletzt, ist aber längst noch nicht akzeptabel. Das geht aus der Auswertung von vorläufigen Messdaten des Umweltbundesamts (UBA) und der Bundesländer durch das UBA hervor. Im Zuge der Diesel-Affäre ist besonders Stickstoffdioxid (NO2) in den Fokus gerückt, der Stoff reizt die Atemwege. Die Zahl der Kommunen mit Grenzwertüberschreitungen für NO2 ist laut UBA gegenüber 2016 von 90 auf 70 zurückgegangen. Gleichwohl hätten fast die Hälfte der verkehrsnahen Messstationen den Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel überschritten. Zum Rückgang der Feinstaub- und Ozonbelastung hätten günstige Wetterlagen beigetragen. Dennoch seien auch hier Grenzwerte überschritten worden. Auch Feinstaub und Ozon machen die Atemwege krank. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Ergebnisse des UBA und hat am 1. Februar 2018 eine große bundesweite Messaktion für NO2 mit insgesamt 580 Messstationen gestartet. Die Umweltorganisation möchte damit nach eigenen Angaben darauf aufmerksam machen, dass die für die Luftreinhaltung zuständigen Behörden in 99 Prozent der deutschen Städte und Gemeinden nicht messen. Die DUH fordert zudem eine neue Abgasreinigung für neun Millionen Diesel-Pkw der Abgasstufe Euro 5+6 auf Kosten der Autokonzerne. Diese waren zuletzt durch die bekannt gewordenen Schadstoff-Versuche an Menschen und Affen wieder stärker in die Kritik geraten.