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Norddeutsche Kartoffeln kaum mit Pestiziden belastet

10.07.2018

Norddeutsche Kartoffeln kaum mit Pestiziden belastet

Landeslabore geben zum Saisonstart Entwarnung

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10.07.2018 |

Erfreuliches zum Start der Kartoffelsaison: Das Gros der Frischkartoffeln aus den nördlichen Bundesländern enthält keine Pestizidrückstände - darunter alle Proben aus ökologischem Anbau. Das ergab eine Analyse der norddeutschen Landeslabore von insgesamt 76 Proben der Ernte 2017 auf Rückstände von Giften gegen Schimmelpilze, Insekten und Unkräuter.

Heimische Kartoffeln: Nur in zehn Prozent Rückstände von Pestiziden nachweisbar

Nur in zehn Prozent der Proben konnten die Labore überhaupt Pestizidrückstände nachweisen. Grenzwerte überschritt keine Probe. Am häufigsten war unter anderem der Keimhemmer Chlorpropham in geringen Mengen nachweisbar. ÖKO-TEST bewertet diesen Stoff als besonders bedenklich: Denn er gilt laut europäischem Gefahrstoffrecht als vermutlich krebsauslösend.

Ökologisches Desaster: Hoher Wasserverbrauch bei Anbau von Frühkartoffeln

Kartoffeln aus deutschem Anbau haben noch bis Oktober Saison - und als Lagerware noch länger. Woher die Knollen kommen, steht auf dem Etikett. Dort finden Sie manchmal auch den Hinweis "Nach der Ernte behandelt". Das bedeutet, dass die Kartoffeln mit Chlorpropham behandelt wurden. Dann empfiehlt es sich, die Kartoffeln besser liegen zu lassen. Dies rät ÖKO-TEST auch für Frühkartoffeln aus südlichen Ländern wie etwa Ägypten und Israel. Sie haben häufig nicht nur weite Transportwege hinter sich, sondern gelten wegen des hohen Wasserverbrauchs beim Anbau auch als ökologisches Desaster.

Grüne und auskeimende Kartoffeln können Gifte wie Solanin enthalten

Kartoffeln können größere Mengen an giftigen Glykoalkaloiden wie etwa Solanin und Chaconin enthalten. Diese sind natürliche Inhaltsstoffe in der Kartoffel und reichern sich vor allem in grünen, keimenden und beschädigten Knollen sowie in den Kartoffelschalen an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät daher, insbesondere grüne und stark auskeimende Knollen auszusortieren und nicht zu verzehren. Es empfiehlt sich, grüne Stellen und Keimansätze beim Schälen mindestens großzügig herauszuschneiden.

Kartoffeln: Vergiftungsrisiko durch richtige Lagerung minimieren

Insgesamt lassen sich sehr selten Vergiftungssymptome wie Erbrechen und Bauchschmerzen durch den Verzehr von Kartoffeln beobachtet. Um das Risiko auf ein Minimum zu reduzieren, sollten diese kühl, dunkel und trocken gelagert werden. Auch empfiehlt es sich, das Kochwasser nicht wiederzuverwenden und das Frittierfett von Kartoffelprodukten regelmäßig zu wechseln. Zudem sollten Kinder keine ungeschälten Kartoffeln essen.


Weiterführende Links

https://www.laves.niedersachsen.de/aktuelles/presse/presseinformationen/pflanzenschutzmittelrueckstaende-in-kartoffeln--laenderuebergreifende-untersuchungen-der-norddeutschen-kooperation--166069.html

https://www.oekotest.de/essen-trinken/10-Kartoffeln-im-Test_106766_1.html

https://www.oekotest.de/essen-trinken/12-Gekuehlte-Gnocchi-im-Test_109248_1.html