Startseite
Kartoffelvergiftung

29.04.2018

Kartoffelvergiftung

Gute Knollen, schlechte Knollen

844
29.04.2018 | Kartoffeln können größere Mengen an giftigen Glykoalkaloiden wie etwa Solanin und Chaconin enthalten. Diese sind natürliche Inhaltsstoffe in der Kartoffel und reichern sich inbesondere in grünen, keimenden und beschädigten Knollen sowie in Kartoffelschalen an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät daher, insbesondere grüne und stark auskeimende Knollen auszusortieren und nicht zu verzehren. Die Empfehlung ist nicht neu. Das BfR hat aber, nachdem sich im November 2015 eine Familie durch den Verzehr von Pell- und Backkartoffeln vergiftet hat, weitere Daten zu Glykoalkaloidgehalten in Kartoffeln gesammelt und bewertet. Speisekartoffeln sollten demnach nicht mehr als 100 Milligramm des Stoffes pro Kilogramm Frischgewicht enthalten. Bisher werden im Allgemeinen Kartoffeln mit einem Glykoalkaloidgehalt von bis zu 200 mg/kg als unbedenklich eingestuft. Eine Untersuchung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aus dem Jahr 2005 hat ergeben, dass 92 Prozent der Kartoffelproben weniger als 100 mg/kg Solanin und Chaconin enthielten. Dabei waren Frühsorten und Saisonware aus dem Herbst stärker belastet als Lagerkartoffeln aus der ersten Jahreshälfte. Neue Untersuchungsergebnisse werden laut BVL voraussichtlich diesen Herbst veröffentlicht. Insgesamt werden sehr selten Vergiftungssymptome wie Erbrechen und Bauchschmerzen durch den Verzehr von Kartoffeln beobachtet. Um das Risiko auf ein Minium zu reduzieren, sollten diese kühl, dunkel und trocken gelagert werden. Weitere Empfehlungen lauten: das Kochwasser nicht wieder verwenden, Frittierfett von Kartoffelprodukten regelmäßig wechslen. Außerdem sollten insbesondere Kinder keine ungeschälten Kartoffeln essen. Bei höheren Glykoalkaloid-Konzentrationen können Kartoffelgerichte bitter schmecken. Ein guter Hinweis, das Gericht lieber stehen zu lassen.