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12.05.2018 | Mehr als 50 Millionen Beiträge spuckt die Onlineplattform Instagram unter dem Hashtag eatclean aus, nahezu 40 Millionen unter #cleaneating. Zu sehen sind überwiegend muskelbepackte Menschen oder künstlerisch drapiertes Essen in Schüsseln. Clean Eating ist mehr als nur ein Ernährungstrend, für viele ist es eine Ideologie. "Nimm nichts auf, das dir schaden könnte", lautet das Motto. "Schädlich" ist dabei alles, was industriell verarbeitet ist, etwa Haushaltszucker, weißes Mehl und Produkte mit künstlichen Zusatzstoffen. Ganz oben auf dem Speiseplan stehen dafür regionales Bio-Gemüse und -Obst, Hülsenfrüchte, Quinoa, pflanzliche Öle sowie Zucker aus Kokosblüten und Milch aus Mandeln. Kritiker sehen in der Ernährungsbewegung eine Pseudowissenschaft. Die Einteilung von Essen in gut und böse könne außerdem extreme Formen annehmen. Eine vollwertige Ernährung mit Gemüse und Obst, pflanzlichen Ölen und wenig Zucker wird auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen. Wenn der Wunsch nach "reinem" Essen aber zum kategorischen Ausschluss wichtiger Lebensmittel führt, kann auch Clean Eating schnell ungesund werden.