Sauerkraut selber machen: So klappt es Schritt für Schritt

Autor: Lena Rauschecker | Kategorie: Essen und Trinken | 29.11.2025

Selbst gemachtes Sauerkraut schmeckt besonders intensiv.
Foto: Shutterstock/Anastasia Kamysheva

Sauerkraut wird vor allem im Winter gerne deftig mit Kartoffeln und Senf serviert. Doch muss man dafür zum Fertigprodukt aus dem Supermarkt greifen? Keinesfalls, Sie können Sauerkraut ohne allzu großen Aufwand auch selber machen.

Sauerkraut wärmt nicht nur schön von innen, sondern versorgt uns auch mit vielen Nährstoffen: Der gekochte Kohl enthält Vitamine (vor allem Vitamin C und K), Mineralstoffe (Kalium und Eisen) und Ballaststoffe. Sie müssen nicht auf die Fertigprodukte aus dem Supermarkt zurückgreifen, sondern können Sauerkraut auch einfach selbst machen. 

Sauerkraut selber machen: die Zutaten

Die wichtigste Zutat beim Sauerkrautmachen ist Zeit, denn das Kraut muss nicht nur fein gehobelt werden, sondern auch fermentieren. Das dauert etwa zwei Tage.

Für etwa ein Kilogramm Sauerkraut benötigen Sie:

  • 1 kg Weiß- oder Spitzkohl
  • 2 kleine Äpfel 
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 20 g Salz (Meer- oder Steinsalz, kein Jodsalz)
  • Gewürze nach Wahl, wir empfehlen Pfefferkörner, ganzen Kümmel, Lorbeerblätter, Senfkörner und Wacholderbeeren
  • Je nach Größe ein 1 bis 2 ausgekochte Einmachgläser

Schritt-für-Schritt-Anleitung für Sauerkraut

Für selbst gemachtes Sauerkraut aus Weißkraut oder Spitzkohl gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Die äußeren Blätter des Kohlkopfs entfernen und ein weiteres großes Blatt beiseitelegen. Den Kohl halbieren und den Strunk herausschneiden.
  2. Den Kohl in feine Streifen schneiden oder hobeln, die Äpfel und Zwiebeln ebenfalls kleinschneiden.
  3. Alles zusammen mit dem Salz in eine große Schüssel geben und mit sauberen Händen rund fünf bis zehn Minuten kräftig durchkneten, sodass der Kohl viel Flüssigkeit abgibt. Idealerweise kurz ruhen lassen.
  4. Die Masse in die bereitgestellten Gläser geben und gut durchstampfen, sodass möglichst wenig Luft im Glas bleibt. Alle gewünschten Gewürze hinzugeben.
  5. Oben im Glas sollten Sie etwas Platz lassen, die Kohlmasse sollte mit Flüssigkeit bedeckt sein. Nun kommt das Kohlblatt zum Abdecken oben auf die Mischung.
  6. Das Kraut mit einem gefüllten Wasserglas beschweren, noch muss das Einmachglas geöffnet bleiben.
  7. Nach zwei Tagen an einem warmen Ort können Sie das Wasserglas entfernen und das Sauerkrautglas verschließen – oder gleich probieren, denn das Sauerkraut ist jetzt fertig.

Das fertige Sauerkraut an einem kühlen und dunklen Ort lagern. Nach einer Woche hat sich ein besonders guter Geschmack entwickelt.

Alternative zum Fermentieren: Bayrisch Kraut selber machen

Wer keine Woche warten möchte, bis sein DIY-Sauerkraut fertig ist, kann das Rezept etwas abwandeln und statt fermentiertem Sauerkraut gekochtes Kraut zubereiten. Die Zutaten sind ähnlich, geschmacklich ist das gekochte Bayrisch Kraut weniger säuerlich wie Sauerkraut.

Für ein Kilogramm Bayrisch Kraut benötigen Sie:

  • 1 kg Spitzkohl, alternativ Weißkohl
  • 2 Äpfel 
  • 2 Zwiebeln
  • Salz und Zucker (je ein Teelöffel)
  • Gewürze nach Wahl, wir empfehlen Pfefferkörner, ganzen Kümmel, Lorbeerblätter, Senfkörner und Wacholderbeeren
  • Apfelessig

Anmerkung: Das Rezept ist bewusst vegetarisch gehalten. Wer mag, kann Speckwürfel zusammen mit den Zwiebeln anbraten. Wer kein Fleisch essen, aber das rauchige Speckaroma im Kraut haben möchte, kann klein gewürfelten Räuchertofu mit anbraten.

So gehen Sie vor:

  1. Spitzkohl wie beim Sauerkraut von den äußeren Blättern und dem Strunk befreien und fein hobeln.
  2. Die Äpfel waschen und klein schnipseln.
  3. Zwiebeln schälen und klein schneiden, danach mit Pflanzenöl in einem großen Topf anschwitzen.
  4. Das Kraut hinzufügen und mitdünsten lassen, ebenso die Äpfel.
  5. Salzen und zuckern und die Gewürze hinzugeben.
  6. Mit einem großzügigen Schluck Apfelessig ablöschen und etwas Wasser angießen. 
  7. Das Kraut auf kleiner Stufe mindestens eine halbe Stunde köcheln lassen, zwischendurch umrühren. Vor dem Servieren die Lorbeerblätter entfernen.

Tipp: Je länger das Kraut kocht, desto intensiver wird der Geschmack. Noch besser schmeckt es, wenn Sie das Bayrisch Kraut am Vortag zubereiten und am nächsten Tag schonend aufwärmen.

Sauerkraut aus der Dose verfeinern

Wenn es noch schneller gehen soll, können Sie auch frisches Sauerkraut vom Wochenmarkt oder Fasssauerkraut aus dem Supermarkt kaufen. Beides kann man mit wenigen Schritten verfeinern – ebenso wie Sauerkraut aus der Dose:

  • Zwei Zwiebeln kleinschneiden und mit Butter oder Öl in einem Topf anschwitzen. Wer es rauchig mag, gerne klein gewürfelte Stücke Räuchertofu mit anbraten.
  • Das Sauerkraut sowie kleine Würfel eines halben Apfels hinzugeben und mit Gemüsebrühe ablöschen.
  • Einen Schuss Apfelessig, Kümmel, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren und Pfefferkörner sowie einen Teelöffel Salz hinzufügen und einmal aufkochen lassen.
  • Für eine halbe Stunde auf kleiner Flamme köcheln lassen. 
  • Die Lorbeerblätter vor dem Servieren entfernen.

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