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Dioxine und tote Küken: Aldi-Eier enttäuschen im Test

Autor: Jörg Döbereiner/Kai Thomas | Kategorie: Essen und Trinken | 28.03.2019

Dioxine und tote Küken: Aldi-Eier enttäuschen im Test
(Foto: ÖKO-TEST)

Drei Eier von Aldi Nord und Aldi Süd fallen in unserem Test durch. Die Herkunftsbetriebe töten männliche Küken und halten ihre Hennen teils schlecht. In den Bio-Eiern von Aldi Nord stecken zudem Dioxine.

Jeder Deutsche isst im Schnitt 230 Eier pro Jahr. Aber welche Marken sind wirklich gut? Wir haben 20 verschiedene Eier getestet: aus Bio-, Boden- und Freilandhaltung. Im Fokus: Schadstoffe, Qualität und Haltungsbedingungen.

Eier von Aldi Nord und Süd fallen im Test durch

Drei Produkte von Aldi gehören zu den Eiern im Test, die besonders negativ auffallen. Von Aldi Süd fallen die Landvogt 10 frische Eier aus Bodenhaltung durch, von Aldi Nord die Hofland 10 frische Eier aus Bodenhaltung. Zudem betroffen bei Aldi Nord: die GutBio 6 frische Bio-Eier.

Von allen drei Aldi-Eiern raten wir aus mehreren Gründen mit insgesamt "mangelhaft" ab. Da hilft es wenig, dass die Bio-Eier von Aldi Süd im Test noch „befriedigend“ abschneiden.

Unsere Hauptkritik an den Aldi-Eiern aus Bodenhaltung: Die Betriebe töten männliche Küken gleich nach der Geburt. Wir empfehlen sie schon deshalb nicht. Zudem sind die Hennen in den Betrieben zu eng eingesperrt. Bis zu neun Tiere teilen sich in der industriellen Bodenhaltung einen Quadratmeter Nutzfläche. Aus unserer Sicht zu viel: Eine so enge Haltung kann die Tiere aggressiv machen, weil sie ihr natürliches Verhalten nicht gut ausleben können. Die getesteten Aldi-Eier aus Bodenhaltung sind unter anderem deshalb "mangelhaft".

Den kompletten Test mit allen Detailergebnissen können Sie auch als e-Paper kaufen.

Dioxine in Bio-Eiern von Aldi Nord

Die GutBio 6 frische Bio-Eier von Aldi Nord fallen im Test ebenfalls durch: Auch für sie töten die Betriebe männliche Küken. Hinzu kommt: Die Eier schöpfen den gesetzlichen Grenzwert für Dioxine zu mehr als die Hälfte aus. Auch sie bewerten wir unter anderem deshalb mit "mangelhaft".

Dioxine sind Schadstoffe, die sich in Tierversuchen als fortpflanzungsschädlich erwiesen haben. Einige stehen unter Krebsverdacht. Die Stoffe können in die Eier gelangen, wenn Hennen belastete Bodenteile wie Erdkrumen aufpicken. An den Bio-Eiern von Aldi Nord bemängeln wir außerdem die Qualität der Eier, etwa Blutflecken im Inneren.

Eier von Betrieben, die männliche Küken nach dem Schlüpfen töten, können im Test nicht besser als "befriedigend" abschneiden. Für die zu hohen Besatzdichten in den Legebetrieben gibt es ebenfalls Abzüge. Der erhöhte Dioxin-Gehalt und Mängel in Qualität und Gewicht verschlechtern das Gesamturteil der Bio-Eier von Aldi Nord um zwei Noten.

So reagierte Aldi Nord: Der Discounter teilte uns mit, dass die Dioxinwerte in dem betroffenen Stall laut Gutachten bei allen vier Kontrolluntersuchungen im Jahr 2018 unauffällig waren. Das von ÖKO-TEST beauftragte Labor bestätigt unser Testergebnis. Unsere Stichproben für alle Eier im Test haben wir im Januar 2019 eingekauft.

Betriebe töten im Test oft männliche Küken

Der Test zeigt: Viele Eier überzeugen nicht, wenn es um das Wohl der Tiere geht. Für ganze 15 Produkte im Test mussten männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen sterben. Dies betrifft konventionelle Eier genauso wie Bio-Eier.

Insgesamt fallen fünf Eier durch den Test. Neben den Aldi-Eiern bewerten wir auch die 10 Frische Eier aus Bodenhaltung von Lidl sowie die Real Bio Frische Deutsche Bio-Eier von Real mit "mangelhaft". Elf Produkte landen im Mittelfeld. Nur vier Produkte mit Hahnenaufzucht, allesamt bio, können wir im Test mit „sehr gut“ oder „gut“ empfehlen.

Unser Tipp: Kaufen Sie Eier, für die Anbieter die Aufzucht der männlichen Küken garantieren. Verkaufsstellen der Bruderhahn Initiative finden Sie etwa hier.

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