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Wasserkocher-Test: Die besten aus Edelstahl, Glas und Plastik

Jahrbuch für 2017 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 20.10.2016

Wasserkocher-Test: Die besten aus Edelstahl, Glas und Plastik

Wasserkocher sind energiesparende Alltagshelfer. Manche Gehäuse werden jedoch beim Kochen so heiß, dass man sich die Finger verbrennen kann. In unserem Test schneiden immerhin zwei Geräte mit "sehr gut" ab.

Wasserkocher gibt es in den meisten Haushalten. "Im Vergleich zum Elektroherd sind Wasserkocher immer die bessere Variante", sagt Jens Gröger vom Öko-Institut. Das trifft übrigens auch dann noch zu, wenn ein Ceranfeld- oder Induktionsherd die Küche schmückt. "Wasserkocher sind so konstruiert, dass nur wenig Wärme verloren geht, sie schalten schnell nach dem Kochen ab, zudem lässt sich einfach nur so viel Wasser abkochen, wie man benötigt."

Einen Schönheitsfehler haben die kleinen Küchenhelfer aber: Man geht davon aus, dass die meisten, sind sie mal kaputt, nicht auf der Werkbank, sondern im Müll landen - so auch die Einschätzung des Öko-Instituts, als es 2009 die Kriterien des Umweltzeichens Blauer Engel für Wasserkocher erarbeitet hat. Wasserkocher sind keine teuren Geräte, deshalb fallen hier die Kosten für Reparaturen vergleichsweise stark ins Gewicht.

15 Wasserkocher aus Edelstahl, Glas oder Plastik im Test

Wir haben 15 Geräte mit einem Füllvolumen von 1,5 bis 1,7 Liter in den Praxistest geschickt sowie auf Schadstoffe untersuchen lassen. Fünf Kocher im Test haben einen Temperaturregler. Das Testergebnis: Die Gesamturteile reichen von "sehr gut" bis "ausreichend". Zwei Wasserkocher können wir mit "sehr gutem" Gesamturteil empfehlen.

Im Praxistest gibt es die meisten Abzüge dafür, dass die Gehäuse zu heiß werden. Es ist zwar nicht im Bereich des Griffes oder am Griff selbst, aber bei Temperaturen bis zu 96 Grad Celsius kann man sich schon mal aus Versehen die Finger verbrennen, etwa wenn man nur kurz an den Wasserkocher kommt. Deshalb erlaubt die Norm für elektrische Geräte für den Hausgebrauch für Kunststoffgefäße auch nur eine Temperaturerhöhung von 65 Grad Celsius, das entspricht in unserem Praxistest einer Temperatur von höchstens 85 Grad. Metall darf sich nur um 45 Grad erhöhen, also auf insgesamt 65 Grad Celsius.

Nicht alle Wasserkocher mit Temperaturregler überzeugen

Die Ergebnisse der Kocher mit Temperaturregler liegen im Vergleich zur gewählten Temperatur teilweise um vier Grad und mehr daneben, am auffälligsten sind zwei Geräte. Einer davon hat eine stufenlose Temperatureinstellung, stellt man den Regler mittig, wird das Wasser schon auf 95 Grad erhitzt - also schon fast kochend. Da ist der Nutzen eines Temperaturreglers wirklich nicht plausibel.

Alle Wasserkocher schalten sich aus, wenn sie ohne Wasser in Betrieb gesetzt werden. Das ist auch wichtig für die Sicherheit. Unseren Dauertest von 750 Kochzyklen meisterten ebenfalls alle Kocher.

Test-Geräte mit erhöhten Nickel- und Chromwerten

Wir haben in den Geräten ganz einfach Leitungswasser aufgekocht, wie es zu Hause auch üblich ist, und über 24 und 48 Stunden stehen lassen. Ein Modell zeigte danach einen Nickelwert, der über dem liegt, was die Trinkwasserverordnung erlaubt. Zum Schutz von Nickelallergikern wurde ein Grenzwert von 20 Mikrogramm pro Liter festgelegt. Man geht davon aus, dass über Nahrung und Lebensmittel aufgenommenes Nickel Hautekzeme verschlimmern kann, die durch eine Nickelallergie ausgelöst wurden. Zudem wies das von uns beauftragte Labor einen Chromgehalt nach, der ebenfalls über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 Mikrogramm pro Liter liegt. Zwar steht in der Bedienungsanleitung des Modells, man solle "den Wasserkocher nach jeder Benutzung ausleeren", doch es ist nicht unüblich, dass man zu Hause Wasser stehen lässt - und die anderen Wasserkocher im Test zeigen ja, dass es besser geht.

Antimon wies ein Labor in abwertungsrelevanten Mengen in neun Wasserkochern nach, teilweise auch zusammen mit hohen Gehalten an bromierten Flammschutzmitteln. Diese belasten die Umwelt.

Der Zugang zur Elektrik ist bei allen Wasserkochern verschraubt und nicht verklebt. Wenn Hersteller die Technik verkleben, lässt sich ein Gerät kaum reparieren und landet auf dem Müll. In den von uns untersuchten Wasserkochern sind jedoch gängige sowie Tri-Wing-Schrauben im Einsatz, sodass Reparaturdienste und andere Technikprofis die Wasserkocher im Normalfall öffnen können.


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Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 15 Wasserkocher eingekauft: sowohl Marken bekannter Anbieter von Haushaltswaren als auch die günstige Eigenmarke eines großen Elektromarktes. Sie bestehen aus verschiedenen Materialien: Kunststoff, Edelstahl, Glas. Bei fünf der Wasserkocher lässt sich die Temperatur wählen. Die Preisspanne reicht von 9,99 bis 139,99 Euro.

Die Praxisprüfung

Wie heiß werden die Gehäuse nach dem Wasserkochen? Bleibt der Kocher auch bei einer Neigung von 15 Grad standhaft stehen? Und schalten sie sich ab, wenn man sie in der Kochphase vom Sockel nimmt oder gar den Schalter umlegt, ohne dass Wasser im Gefäß ist? Die Sicherheit hat das Labor in Anlehnung an die Norm für elektrische Geräte für den Hausgebrauch getestet. Darüber hinaus mussten die 15 Heißmacher auch im Dauertest bestehen, 750 Kochzyklen waren ohne Ausfälle zu meistern. Zwei Laborexperten beurteilten außerdem, wie gut die Geräte sich im täglichen Gebrauch handhaben lassen.

Das Material

Wir wollten wissen: Gehen Schwermetalle aus dem Kocher ins Wasser über? Dafür verwendeten wir ganz normales Leitungswasser, wie es Verbraucher zu Hause auch tun. Außerdem ließen wir testen, ob die Hersteller im Kunststoff Weichmacher einsetzen und ob sich vielleicht Bisphenol A aus dem Kunststoff löst.

Die Weiteren Mängel

Stoffe, die die Umwelt belasten, sind für uns Weitere Mängel: Dazu zählen PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Material sowie Flammschutzmittel, deren Einsatz das Umweltzeichen für Wasserkocher ausschließt. Der Grund: Die Flammschutzmittel gelten als schlecht abbaubar und reichern sich so in der Umwelt an.

Die Bewertung

Nur ein Gerät ohne schwerwiegende Mängel kann sehr gut abschneiden. Je nach Schwere des Mangels sind wir strenger. Deutlich werten wir ab, wenn das Gehäuse heißer wird, als es die Norm erlaubt, für Mängel in der Handhabung gibt es hingegen weniger Punktabzug.

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