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Waschmittel aus Kastanien selber machen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Bauen und Wohnen | 02.10.2019

Waschmittel aus Kastanien selber machen
(Foto: Fotolia / Heike Rau)

Wäsche waschen geht auch ohne Chemie. Aus Kastanien können Sie Ihr Öko-Waschmittel ganz einfach selber herstellen.

Die gängigen Waschmittel sind nicht nur teuer – sie enthalten häufig auch Stoffe, die unsere Haut nicht mag und die der Umwelt schaden. Mit einfachen Hausmitteln lässt sich Waschmittel selbst herstellen. Eine Idee, die ohne viel Aufwand umzusetzen ist: selbst gemachtes Waschmittel aus den Früchten der heimischen Rosskastanie, die im Herbst zu Hunderten von den Bäumen fallen.

Die Rosskastanie gehört zu den Seifenbaumgewächsen. Sie enthält Saponin, eine waschaktive Substanz, die beim Kontakt mit Wasser wie Seife wirkt. Kleingeschnitten werden die Rosskastanien ruckzuck zu einem umweltfreundlichen Waschmittel – ganz ohne Mikroplastik, Bleichmittel und andere chemische Zusätze. Auch allergische Reaktionen sind bei dem selbst gemachten Waschmittel nicht bekannt.

Zutaten für das selbst gemachte Waschmittel aus Kastanien 

Für eine Wäsche benötigen Sie:

  • 10 Rosskastanien
  • Holzbrett
  • Messer
  • 300 ml Wasser
  • feines Sieb
  • eventuell ein paar Tropfen ätherisches Öl, zum Beispiel Lavendel- oder Zitronenöl

So stellen Sie das Öko-DIY-Waschmittel her

  • Säubern Sie die Kastanien, falls nötig.
  • Schneiden Sie die Kastanien mit dem Messer klein oder zerkleinern Sie sie in einem hochwertigen Standmixer. Alternativ können Sie die Früchte auch in einen Beutel geben und mit dem Hammer zerkleinern.
  • Gießen Sie die Kastanienstücke mit 300 Milliliter heißem Wasser auf und lassen Sie die Mischung mindestens drei Stunden ziehen.
  • Sieben Sie den milchigen Sud ab, der entsteht.
  • Fertig! Den gesiebten Sud können Sie ins Waschmittelfach der Waschmaschine geben.

Wichtig zu wissen: Für Weißwäsche ist das Kastanien-Waschmittel nicht geeignet, die Wäsche kann unter Umständen einen Grauschleier bekommen. Das können Sie allerdings vermeiden, wenn Sie die Kastanien schälen.

Auch bei selbst gemachtem Waschmittel sollten Sie darauf achten, dass sich kein schmieriger Film in der Maschine ablagert. Das Zaubermittel lautet schlicht und einfach: Waschmaschine regelmäßig reinigen.

(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / couleur)

Tipps für das Kastanien-Waschmittel

  • Je kleiner Sie die Kastanien machen, desto höher ist die Waschleistung. 
  • Wenn sie besonders weiches Wasser haben, das wenig Kalk enthält, reichen auch weniger als zehn Kastanien pro Wäsche. Dasselbe gilt für Wäsche, die kaum verschmutzt ist.
  • Die Wäsche kommt Ihnen nach dem Waschen nicht weich genug vor? Ein Esslöffel Soda pro Wäsche verhindert, dass die Wäsche zu hart wird. Soda dazu einfach in 100 Millilitern Wasser auflösen und ins Weichspülerfach geben.
  • Das DIY-Waschmittel ist geruchsneutral. Für einen angenehmen Duft können Sie ein paar Tropfen ätherische Öle mit ins Waschmittelfach geben.
  • Reste des Waschmittels können Sie bis zu drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Wenn der Sud schimmelt oder unangenehm riecht: Weg damit!
  • Das Kastanien-Waschmittel eignet sich auch als Spülmittel oder zum Aufwischen des Bodens.

Waschmittel selber machen und aufbewahren

Sie müssen Ihr Kastianien-Waschmittel natürlich nicht jedes Mal neu herstellen. Kleingeschnittene Kastanien lassen sich problemlos aufbewahren. Da die Kastanienstücke schnell schimmeln, sollten Sie sie in der Sonne oder im Backofen (drei Stunden bei 80 Grad Celsius) gut trocknen. Wenn Sie das Granulat trocken aufbewahren, hält es monatelang. Bei ein bis zwei Wäscheladungen in der Woche reichen sechs Kilogramm Kastanien bis zum Beginn der nächsten Saison.

Kastanien sind eine gute Alternative zu Waschnüssen

Auch indische Waschnüsse sind eine beliebte, weil ökologische Alternative zu Waschmitteln aus dem Supermarkt. Auch sie enthalten, wie die Rosskastanie, Saponine. Waschnüsse haben den Vorteil, dass es sie ganzjährig zu kaufen gibt. Der Nachteil: Die Nüsse müssen aus Indien zu uns transportiert werden und hinterlassen damit einen deutlich höheren ökologischen Fußabdruck als die Rosskastanie, die bei uns beheimatet ist.

Nachteil von Waschmittel aus Kastanien 

Auch wenn das Waschmittel aus Kastanien ohne Mikroplastik und Chemie auskommt und keinerlei Verpackungsmüll produziert, hat es dennoch einen Haken: In größeren Mengen können die in den Kastanien enthaltenen Saponine, die zu den Tensiden zählen, giftig für Fische sein.

Bislang wäscht allerdings nur ein verschwindend geringer Prozentsatz der Deutschen seine Wäsche mit Kastanien. Die Menge an Saponinen dürfte daher noch zu vernachlässigen sein, zumal auch konventionelle Waschmittel synthetische Tenside enthalten, die nicht vollständig biologisch abgebaut werden können und damit die Umwelt schädigen.

Quelle: Universität Ulm

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