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10 Organische Rasendünger im Test

ÖKO-TEST Juli 2017
vom 29.06.2017

Rasendünger, organische

Auf Gutdüngen

Organische Rasendünger gelten als "Bio"-Produkte der Branche. Der Test von zehn Erzeugnissen zeigt aber, dass viele schadstoffbelastet sind und die Nährstoffangaben auf den Verpackungen häufig nicht stimmen. Tatsächlich ist nur ein Dünger "sehr gut".

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29.06.2017 | Ein gepflegter Rasen ist das Ziel vieler Gartenbesitzer. Saftig grün soll er sein, gleichmäßig gewachsen und frei von Moos: ohne regelmäßiges Düngen kaum möglich. Wer neben diesen Ansprüchen an den Rasenwuchs auch Wert auf ein gewisses Maß an Natürlichkeit legt, ist unter Umständen mit einem organischen Produkt und ein paar generellen Handlungsempfehlungen gut beraten.

Was zeichnet organische Rasendünger aus?

Sie bestehen aus recycelten Pflanzenabfällen und/oder tierischen Materialien wie Hornspänen, Borsten und Knochenmehl. Mikroorganismen zersetzen die jeweiligen Zutaten wie in einem Komposthaufen, wodurch die enthaltenen Nährstoffe nach und nach in den Boden gelangen. Organische Dünger gelten als besonders natürlich und unbelastet. Ihre Düngewirkung ist länger als die von rein mineralischen Düngern, setzt allerdings auch deutlich langsamer ein und verläuft unkontrollierter als bei Mineraldüngern, die ausschließlich aus Nährstoffsalzen bestehen. Letztere sind nach Kontakt mit Wasser sofort pflanzenverfügbar. Bei regelmäßiger Ausbringung sollen organische Dünger das Nährstoffangebot im Boden über Wochen, Monate und Jahre kontinuierlich erhöhen.

Warum ist Düngen sinnvoll?

Egal ob Zier-, Strapazier- oder Schattenrasen: Alle Rasenarten brauchen zum Gedeihen drei Hauptnährstoffe: Stickstoff (N) in erster Linie für das Wachstum und die Färbung, Phosphor (P) als Energieträger und Förderer des Wurzelwachstums sowie Kalium (K), das die Pflanzen unter anderem belastbarer gegen Trockenheit, Kälte und Krankheiten macht. Ergänzend kommen Magnesium (Mg) und Schwefel (S) hinzu. NPK-Dünger sollen für ein ausgewogenes Nährstoffangebot sorgen. Die prozentualen Anteile der Nährstoffe sollten auf den Produktverpackungen deklariert sein.

Welche Mischung ist die richtige für meinen Rasen?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, denn die Nährstoffkonzentration variiert von Boden zu Boden. Dünger sollen einen Mangel ausgleichen und nicht zu viele Nährstoffe zuführen, die bereits ausreichend vorhanden sind. Wegen des vergleichsweise langsamen Stoffabbaus sind Überdüngungen bei organischen Produkten zwar unwahrscheinlicher als bei mineralischen, aber auf lange Sicht nicht ausgeschlossen. Wirklich bedarfsgerechtes Düngen erfordert eine vorherige Bodenanalyse (siehe ÖKO-TEST rät).

Wie lässt sich ein Mangel an Nährstoffen erkennen?

Wächst der Rasen nur noch spärlich und wechselt seine Grünfärbung bereits ins Gelbliche, fehlen ziemlich sicher Nährstoffe. Ein Mangel ist auch wahrscheinlich, wenn sich zwischen den Gräsern andere, eigentlich weniger durchsetzungsfähige Pflanzen ihren Weg bahnen. Die flachwurzeligen Gänseblümchen könnten unter "normalen" Umständen gegen einen "gesunden" Rasen nicht bestehen. Andere Zeigerpflanzen sind etwa Löwenzahn oder der Rote Sauerklee.

Wann ist die richtige Zeit?

Die deutsche Rasengesellschaft und auch die meisten Hersteller empfehlen bei normal belastetem Rasen drei Düngungen pro Jahr: eine im März/April,

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben zehn organische Rasendünger aus Tier- und Pflanzenmaterial wie Horn, Knochenmehl und Traubenkernen eingekauft. Bei allen handelt es sich um sogenannte NPK-Dünger, die den Boden mit Stickstoff, Phosphat und Kalium versorgen. Das günstigste Produkt kostet pro Kilogramm zwei Euro, das teuerste mit 5,71 Euro pro Kilogramm fast das Dreifache.

Die Inhaltsstoffe
Enthalten die eingekauften Rasendünger Schadstoffe, die über das Grundwasser umweltbelastend sein können? Wir ließen die Produkte unter anderem auf 360 Pestizide, giftige Dioxine, Schwermetalle und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersuchen, von denen einige als krebserregend oder krebsverdächtig eingestuft sind. Auch wollten wir wissen, ob in den Düngern krankheitserregende Bakterien wie Salmonellen stecken.

Die Deklaration
Halten die Dünger zumindest grundlegend, was sie versprechen? Wir haben prüfen lassen, inwieweit die analysierten Laborwerte für die Nährstoffe Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium und Schwefel mit den entsprechenden Verpackungsangaben übereinstimmen. Außerdem hat uns interessiert, ob die Nährstoffe rechtskonform deklariert sind.

Die Bewertung
Besonders streng werten wir bakterielle Krankheitserreger ab, wenn sie die in der deutschen Düngemittelverordnung formulierte Höchstkonzentration überschreiten. In solchen Fällen ist ein Produkt "ungenügend" und bekommt den Stempel "nicht verkehrsfähig". Negativ auf das Gesamturteil wirken sich auch Pestizide, Schwermetalle und Mankos bei der Produktdeklaration aus.

So haben wir getestet

Deklaration und Wahrheit. Wir haben die Nährstoffanteile der eingekauften Dünger im Labor analysieren lassen und anschließend mit den Herstellerangaben verglichen.

Video zum Thema

Video

ÖKO-TEST-Magazin 7/2017:

Organische Rasendünger

Auf Gutdüngen.

Ein gepflegter Rasen ist das Ziel vieler Gartenbesitzer. Saftig grün soll er sein, gleichmäßig gewachsen und frei von Moos: ohne regelmäßiges Düngen kaum möglich. Wer neben diesen Ansprüchen an den Rasenwuchs auch Wert auf ein gewisses Maß an Natürlichkeit legt, greift zu einem organischen Dünger. Wir wollten wissen, wie gut die "Bio"-Produkte sind. ÖKO-TEST-Chefredakteur Jürgen Stellpflug über das Testergebnis.