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ÖKO-TEST Mai 2012
TestPestizide in Lebensmitteln
Zu viel ist zu viel
Pestizide in Lebensmitteln



Eigentlich hatten wir ja gedacht, das Problem mit überhöhten Pestizidmengen in Obst und Gemüse hätte sich im Großen und Ganzen erledigt. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist der ÖKO-TEST Tomaten aus dem August vergangenen Jahres: Von 48 Tomatenproben, die wir in Supermärkten, Discountern und Bio-Läden eingekauft hatten, musste gerade mal eine Probe leicht abgewertet werden. Alle anderen fielen "sehr gut" aus. Selbst Obst und Gemüse vom Wochenmarkt hatte im April 2010 überraschend gut abgeschnitten.

Das liegt insbesondere an einer besseren Qualitätssicherung der großen Handelsketten. Egal ob Aldi, Lidl, Rewe, Edeka oder Metro - sie verlangen von ihren Lieferanten mittlerweile, die offiziellen Rückstandshöchstmengen nur zu maximal 70 Prozent auszuschöpfen. Lidl akzeptiert sogar nur ein Drittel der erlaubten Gehalte. Einige Handelsunternehmen haben auch Negativlisten von Pestiziden erstellt, die nicht mehr eingesetzt werden dürfen oder eine Höchstzahl an Rückständen pro Probe festgelegt.

Es gibt allerdings noch einen weiteren Grund, weshalb Rückstände heute häufiger unterhalb der Höchstmengen bleiben. So wurden im Zuge der EU-Harmonisierung Rückstandshöchstmengen nach oben angepasst, und auch das dürfte den Handel mit Obst und Gemüse "entspannt" haben.

Dennoch gibt es immer wieder problematische Produktgruppen, in denen plötzlich bestimmte Stoffe gehäuft auftreten. So ein Fall ist der Zusatzstoff Morpholin. Er wurde im Herbst 2010 erstmals in Äpfeln aus Chile nachgewiesen - die Funde waren zunächst in Großbritannien aufgetaucht. Wenig später stellte man die Substanz auch bei uns fest. Betroffen waren vor allem exotische Früchte. Morpholin wird als Emulgator in Oberflächenbehandlungsmitteln eingesetzt. Das ist in einigen Nicht-EU-Ländern erlaubt, wird in der EU jedoch beanstandet. Neuere Ergebnisse des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) Stuttgart lassen allerdings vermuten, dass das Problem inzwischen größtenteils vom Tisch ist. Das CVUA Stuttgart befasst sich in einem Schwerpunkt mit Pestiziden und ist führend in der Entwicklung neuer Methoden der Rückstandsanalytik.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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