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ÖKO-TEST April 2012
TestMatratzen, Kinder
Erzähl doch keine Märchen!
Matratzen, Kinder



Kinder schlafen - solange alles glattläuft - erheblich länger als ihre Eltern. Da kommt der Schlafunterlage eine besondere Bedeutung zu. Trotzdem spielen Ergonomie und Haltbarkeit bei Kindermatratzen kaum eine Rolle: Denn während eine Erwachsenenmatratze acht bis zehn Jahre halten soll, ist eine Kindermatratze nur für ein paar Jahre gemacht - allein wegen der Körpergröße steht nach fünf, spätestens sechs Jahren der Wechsel auf ein größeres Modell an. Außerdem sind die Kleinen leichter und ihre Wirbelsäule hat noch nicht die spätere S-Form, sondern ist gerade, sodass die Unterlage nichts ausgleichen muss.

Auch im Zusammenhang mit dem plötzlichen Säuglingstod geht es immer wieder um Matratzen: Zahlreiche Hersteller werben damit, dass ihre Matratzen über Röhren oder Kanäle verfügen, die die ausgeatmete Luft des Kindes nach unten abtransportieren sollen. So schreibt zum Beispiel Alvi auf seiner Homepage: "Gegen den gefürchteten plötzlichen Kindstod kann präventiv auch durch die Wahl der richtigen Matratze vorgesorgt werden. Spezielle Techniken verhindern dabei die gefährliche CO2-Rückatmung und sorgen so für gesunden und sicheren Babyschlaf."

Viele Eltern sind verunsichert: "Was sollte man tun - wir möchten unser Kind natürlich keinem lebensgefährlichen Risiko aussetzen?", fragt ein besorgter Vater im ÖKO-TEST-Forum. Eine Mutter schreibt: "Ich hätte gerne eine Matratze, die auf jeden Fall die Luftzirkulation sicherstellt und hilft, das Risiko für den plötzlichen Kindstod zu minimieren." Laut Experten gibt es jedoch keine Studien, die belegen, dass Luftkanäle im Matratzenkern den plötzlichen Kindstod verhindern. Sie könnten sogar den gegenteiligen Effekt haben: Das Kind atmet die verbrauchte Luft wieder zurück ein.

"Was den Tod verursacht oder was ihn fördert, wissen wir noch gar nicht genau", sagt Jan Sperhake. Der Oberarzt vom Institut für Rechtsmedizin am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf ist seit mehr als zehn Jahren auf der Suche nach den Ursachen für den plötzlichen Kindstod, rund 250 Fälle hat er untersucht. Mittlerweile gilt als sicher, dass ein Zusammenspiel vieler Faktoren verantwortlich ist, wenn ein Baby unerwartet stirbt. "Fest steht, dass die Wahl der Matratze nicht der wichtigste Aspekt der Vorbeugung ist", sagt Sperhake, "im Gesamtmix der Faktoren spielt nur der Härtegrad möglicherweise eine Rolle." Die Matratze sollte deshalb nicht zu weich sein.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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