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ÖKO-TEST April 2012
TestHealth Claims - gesundheitsbezogene Versprechen
Nein danke!
Health Claims - gesundheitsbezogene Versprechen

Eine Extraportion Gesundheit wird uns auf den Verpackungen vieler Lebensmittel versprochen. ÖKO-TEST hat Produkte mit Health Claims getestet - und kein einziges gefunden, das wir weiterempfehlen können.


Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, dem fehlt nichts. Aber Hand aufs Herz: Wer kann von sich behaupten, so viel Gemüse zu essen, wie empfohlen wird? Wer macht wirklich um jeden Fast-Food-Tempel einen großen Bogen? Und wer lässt für einen Apfel jeden Schokoriegel links liegen?

Das schlechte Gewissen sitzt immer mit am Tisch. Und das ist die beste Grundlage für Lebensmittelhersteller, ausgewählte Produkte als ganz besonders gesund zu bewerben - quasi als Ausgleich für kleine Sünden. "Health Claims" heißen die gesundheitsbezogenen Behauptungen, die da auf den Packungen stehen. Aber stimmt auch jede dieser Behauptungen? Das wollte die EU eigentlich prüfen. Und wenn der Zeitplan nicht so völlig aus dem Ruder gelaufen wäre, gäbe es längst eine Liste mit zugelassenen Aussagen. Alles andere wäre verboten. Doch die zuständigen Behörden wurden mit Anträgen geradezu bombardiert, sodass einer Verspätung die nächste folgte.

Fest steht aber schon jetzt, dass die meisten der mehr als 4.000 eingereichten Claims schon der ersten Prüfung nicht standgehalten haben. Erst 19 Claims sind derzeit definitiv abgesegnet. Daneben existiert eine weitere Liste mit 222 Claims, deren Zulassung unmittelbar bevorsteht, sobald diese sogenannte Gemeinschaftsliste das Europäische Parlament passiert hat.

Eigentlich ist das reine Formsache. Doch einzelne Parlamentarier unterschiedlichster Lager haben für die Abstimmung Mitte April schon jetzt Widerstand angekündigt. Viel zu streng sei die Prüfung gewesen. Ansonsten sind die Fraktionen aber einig darüber, dass die arbeitsintensive Liste keinesfalls in die Tonne getreten werden darf - auch wenn man damit nicht so richtig glücklich ist: "Der Grundansatz ist richtig", erklärt etwa die deutsche SPD-Parlamentarierin Dagmar Roth-Behrendt. Es sei wichtig, dass "der ganze Wildwuchs mit Aussagen, von denen viele nicht haltbar sind, jetzt beendet wird". Trotzdem ist sie "nicht ganz zufrieden" angesichts der vielen Produkte, die mit überflüssigen Vitaminen angereichert sind: "Wir wollen das nicht verbieten. Aber wenn man reflektiert ist, kauft man solche Produkte eigentlich nicht", erklärt die Verbraucherschutzexpertin. Auch die Agraringenieurin Dr. Renate Sommer (CDU) sieht eine "Übervitaminisierung der Bevölkerung" kritisch, weiß aber, dass ein Veto kaum eine Chance hätte.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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