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ÖKO-TEST April 2012
TestBlumenerde, torffrei
Der Mörder ist immer der Gärtner
Blumenerde, torffrei



Wie viele torffreie und wie viele torfhaltige Erden haben die Anbieter im Sortiment? Sechs Anbieter führen mehr torfhaltige Produkte im Sortiment als solche ohne Torf. Begründet wird dies vor allem damit, dass die Kunden häufiger Torfprodukte nachfragen. Compo und Floragard, die laut eigenen Angaben nur deutschen Torf verwenden, legitimieren ihren hohen Anteil an Torfprodukten mit dem Hinweis auf den in Deutschland streng geregelten Abbau von bereits trockengelegten Mooren. Neben diesen beiden Anbietern betonen auch die Firmen Florasan und Frux, dass der Rohstoff Torf für eine qualitativ hochwertige Blumenerde unverzichtbar sei. Einig sind sich viele Anbieter auch darin, dass es an der Verfügbarkeit der wichtigsten Torfersatzstoffe Rindenhumus, Holzfaser und Kompost mangelt: Die subventionierte thermische Verwertung reduziere das Angebot an Torfersatzstoffen für die Substratehersteller. Auch wenn viele Argumente der Erdenanbieter aus deren Sicht plausibel sind: Torfhaltige Produkte sind aus ökologischer Sicht nicht vertretbar.

Würden Sie in den Anbau von Torfmoosfrischmasse investieren? Von "interessant" bis "Alibiveranstaltung" reichten die Kommentare der Anbieter auf diese ÖKO-TEST-Frage. Als einziger der zehn Anbieter engagiert sich Floragard im Anbau von Torfmoosen. Trotzdem sieht Floragard ähnlich wie Compo und Frux folgende Probleme: Es gibt zu wenig Saatgut, zu wenig potenzielle Felder und es müssten die rechtlichen Voraussetzungen zum Anbau im großen Stil geschaffen werden. Anbieter Frux betont, dass es zurzeit keinen am Markt durchsetzbaren Preis geben könnte. Das Unternehmen Kleeschulte setzt beim Ersatz für Torf nicht auf Torfmoosanbau. Der Grund: Das Unternehmen entwickelt selbst Torfersatzstoffe - basierend auf dem Rohstoff Holz aus seiner Region. Ganz weit weg von einem Engagement in Torfmoosanbau steht das Unternehmen Ökohum, das ein Drittel seines Erdensortiments torffrei mischt. Vom Torfmoosanbau hält Geschäftsführer Gerhard Schumacher nichts: "Meines Erachtens ist die Sache noch recht unausgereift und mehr oder weniger eine Alibiveranstaltung der Torfindustrie."



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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