Startseite
Mobile Webseite aufrufen
RSS-Feed
Facebook - Seite gefällt mir

 
Startseite
 
 
Kinder Kosmetik Gesundheit Bauen Ernährung Geld Technik
Übersicht Bauen / Wohnen / Renovieren
Testberichte aus dem Archiv
Anfang Eine Seite zurück Seite 10/21 Eine Seite vor Ende
ÖKO-TEST April 2012
TestBlumenerde, torffrei
Der Mörder ist immer der Gärtner
Blumenerde, torffrei



Ein Wunder muss also her, um die weitere Zerstörung der Moore für Gemüseanbau, für Alpenveilchen auf der Fensterbank und Birken aus der Baumschule zu stoppen. Und dieses Wunder gibt es vielleicht: Torfmoos-Bio-Masse. Zum Hintergrund: Bei dem in Blumenerden enthaltenen Torf handelt es sich um Hochmoortorf. Hier unterscheidet man je nach Zersetzungsgrad Weißtorf, Brauntorf und Schwarztorf. Weißtorf liegt nahe der Oberfläche. Er ist hell, die Struktur der Pflanzen ist noch zu erkennen. Darunter liegt der stärker zersetzte Brauntorf. Schwarztorf ist noch weiter zersetzt und daher dunkel. In Blumenerden steckt vor allem Weißtorf.

Der besteht aus leicht zersetzten Torfmoosen. Und hier liegt die Idee: Wenn leicht zersetzte Torfmoose so unschlagbare chemische und physikalische Eigenschaften für das Pflanzenwachstum besitzen, haben dann frisch geerntete Torfmoose dieselben Eigenschaften?

Die weltweit führende Forschungsgruppe, die sich mit dem Anbau von Torfmoosen auf Hochmoorgrünland beschätigt, gehört zum Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern, unter anderem dem Torfwerk Moorkultur Ramsloh, betreibt die Forschungsgruppe zwei Versuchsfelder. Und dabei kommt den Forschern die Fähigkeit der Torfmoose zugute. Denn wenn man Torfmoose in einen Zentimeter kleine Fragmente zerkleinert, wachsen aus den einzelnen Teilen wieder neue Torfmoose. Auf eine vernässte Fläche aufgebracht, wächst so in relativ kurzer Zeit Torfmoos. Wohlgemerkt: Hier wird kein Torf geerntet, sondern nur die Torfmoose, die oben wachsen. Die Greifswalder Forschergruppe hat errechnet, dass bei einer jährlichen Ernte von 100 Kubikmetern pro Hektar (etwa 3 Tonnen Trockenmasse pro Hektar und Jahr) eine Fläche von 30.000 Hektar (+ 6.000 Hektar Infrastruktur) notwendig wäre, um den Bedarf an Weißtorf in Deutschland (3 Millionen Kubikmeter pro Jahr) durch Torfmoos-Bio-Masse zu ersetzen. Allein in Niedersachsen gibt es 145.000 Hektar Hochmoorgrünland, auf dem Torfmoose angebaut werden könnten. Dass Torfmoosfrischmasse Torf ersetzen kann, haben nicht nur Anzuchtversuche im Labor mit Chinakohl, Begonie und Alpenveilchen bewiesen: Das Rosengut Langerwisch bei Berlin hat im Jahr 2011 in einem Versuch 8.000 Weihnachtssterne in einer Mischung aus 80 Prozent Torfmoos-Bio-Masse, 10 Prozent Torf und 10 Prozent Bio-Gas-Anlagen-Rückstände gezüchtet. Holm Wießner, Produktionsleiter im Rosengut Langerwisch, erinnert sich: "Die Mischung hat sehr gut funktioniert. Der Ausfall war nicht höher als bei reinen Torfaufzuchten." Wießner sagt aber auch, dass der Aufwand während der Zucht größer war und sich der Substratpreis erhöht habe. Letztlich müsste das der Verbraucher zahlen, damit es sich für den Gartenbaubetrieb lohne. Er glaubt aber auch, dass es Verbraucher gibt, die etwas mehr für nachhaltig produzierte Produkte zahlen würden.



» weiter auf der nächsten Seite

Inhalt

Anfang Eine Seite zurück Seite 10/21 Eine Seite vor Ende



Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

Informationen anzeigen

Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



Mehr Artikel zu diesem Themengebiet
Testbericht
Wandfarben: Erhellend
Testbericht
Obst- und Gemüsedünger: Der Feind in meinem Beet
Testbericht
Mottenschutzmittel: Die kleine Motte Nimmersatt
Testbericht
Kissen: Ruhe sanft
Testbericht
Silikon-Fugenmassen, Sanitär: Lückenfüller

Warenkunde Bodenbeläge: Grundlegende Entscheidung
Solarkataster: Landkarten für den Weg zur Sonne
Urban Farming: Landbau mitten in der Stadt
Energieberatung und Energiepass
Gütezeichen für Öko-Strom

Leserfrage: Seife hilft gegen das Knarren
Leserfrage: Trocknerwasser zum Blumengießen?
Leserfrage: Gehören Einwegpapierhandtücher ins Altpapier?
Leserfrage: Strapazierfähiger Rasen
Leserfrage: Reinigen von Teekannen


 Bauen / Wohnen / Renovieren
Online-Service für Abonnenten
 - ANZEIGE -
 News
Der neue Blaue Engel ...
Der neue Blaue Engel für emissionsarme Holzprodukte: Das Label ist für Allergiker nach wie vor wenig aussagekräftig. Über die sonstige Qualität und Sicherheit der Produkte sagt es nichts aus. » News lesen
Energiesparende Wäschetrockner
Seit Ende Mai sind für Wäschetrockner die neuen Energielabel Pflicht. Die neue Topklasse verbraucht rund 65 Prozent weniger Energie als der bisherige Klassenprimus. » News lesen
Speicher vom Energieriesen
Speicher vom Energieriesen: RWE bietet Photovoltaikbetreibern ein Speichersystem zur Steigerung des solaren Eigenverbrauchs an. » News lesen
Öko-Strom schlägt Kohle
Öko-Strom schlägt Kohle: Erneuerbare Energien sind hierzulande laut Monitoringbericht der Bundesnetzagentur rasant auf dem Vormarsch. » News lesen
Neues Energiesystem
Forscher haben durchgerechnet: Ein komplett auf erneuerbaren Energien basierendes System führt am Ende zu jährlichen Gesamtkosten, die nicht höher liegen als die heutigen. » News lesen
Öko-Strom wird transparenter
Das Umweltbundesamt hat das Herkunftsnachweisregister für Öko-Strom gestartet. Der Nachweis bescheinigt, wie und wo Strom aus erneuerbaren Energien produziert wurde. » News lesen
Mähroboter Robolinho 3000
Kurz bevor das ÖKO-TEST-Magazin in den Druck ging, schickte uns der Mähroboter-Hersteller Al-Ko eine Unterlassungserklärung zu. Jetzt sind die vollständigen Testergebnisse für den Robolinho 3000 online abrufbar. » News lesen
Bauteile aus zweiter Hand
Gut erhaltene gebrauchte Bauteile sind kein Schrott und zu schade für den Müll. Sie wiederzuverwenden ist das Ziel des bundesweiten Projekts "Bauteilnetz Deutschland". » News lesen
» mehr News anzeigen
 Aktuelle Themen
Das Stromnetz der Zukunft
Das Stromnetz der Zukunft - Damit die Energiewende vorankommt, müssen nicht nur Stromtransport und -verteilung reformiert werden. Es braucht innovative Energiemodelle. Smart Grids sollen helfen, Strom möglichst effizient zu nutzen. Derweil tüfteln Forscher längst an neuen Konzepten. » Artikel lesen
Energiesparende Haushaltsgeräte
Energiesparende Haushaltsgeräte - Sie fehlen in kaum einem Haushalt: Kühl- und Gefrierschränke, Wasch- und Spülmaschinen sowie Trockner. Wenn neue Geräte gekauft werden, rechnet es sich, in besonders energiesparende Geräte zu investieren. Die geringeren Stromkosten finanzieren den Kauf. » Artikel lesen
Küchentrends
Küchentrends - Kochst du noch oder lebst du schon? Küchen werden immer wohnlicher, vielseitiger und individueller. Doch bei allem Schick dürfen Ergonomie, Gesundheit und ökologische Qualität nicht außen vor bleiben. Das ist machbar – und bezahlbar. » Artikel lesen
Solarkataster
Solarkataster - Die Kommunen werden zu Vorreitern für die Photovoltaik. Sie informieren die Bürger mit speziellen Stadtplänen im Internet darüber, ob sich ihre Häuser zum Einfangen von Sonnenenergie eignen. Und sie überlassen ihnen mietfrei städtische Dachflächen. » Artikel lesen
» mehr Themen anzeigen

  An den Seitenanfang gehen
ÖKO-TEST vorbeugender Verbraucherschutz seit 1985 - unabhängig, objektiv, wissenschaftlich
Das Kosmetik und Wellness-Super-Paket

Preis: 19.80 €

» Paket kaufen
Spezial Naturkosmetik

Preis: 5.00 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
ÖKO-TEST Juni 2013

Preis: 3.80 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
» Abo / ePaper
Das Essen und Geniessen-Super-Paket

Preis: 19.80 €

» Paket kaufen
Ratgeber Essen 12:2013 mit CD

Preis: 6.90 €

» Inhalt anzeigen
» Heft kaufen
Das Kleinkinder-Super-Paket

Preis: 29.80 €

» Paket kaufen
Bereiche
Kinder / Familie
Kosmetik / Mode
Gesundheit / Medikamente
Bauen / Wohnen
Essen / Trinken
Geld / Versicherung
Technik / Freizeit
Informationen
Impressum
Datenschutz
Kontakt
Fragen zu ÖKO-TEST
Label-Verstöße
Unsere Testverfahren
Media
Mediadaten
Label
Markt & Medien
Presse / Handel

Investor Relations
Services
Übersicht Service

Online-Shop
Forum
RSS Feed
ePaper
pressekatalog.de
pubbles.de
Abonnement
Serviceseite



© ÖKO-TEST Verlag GmbH, Frankfurt am Main