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ÖKO-TEST April 2012
Test
Blumenerde, torffrei
Der Mörder ist immer der Gärtner
Blumenerde, torffrei

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ÖKO-TEST April 2012
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Heute kann man in Deutschland nur noch ein Prozent der Moore als natürlich bezeichnen. Rund 70 Prozent der Flächen werden dagegen land- oder forstwirtschaftlich genutzt und wurden zu diesem Zweck entwässert - mit katastrophalen Folgen für die Umwelt: Durch die Oxidation des im Boden gebundenen Kohlenstoffs entweichen Kohlendioxid und Lachgas, das 310-mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Eine Forschergruppe des Instituts für Agrarrelevante Klimaforschung am Johann Heinrich von Thünen-Institut schätzt, dass landwirtschaftlich genutzte Moorböden die größte Einzelquelle für Treibhausgase außerhalb des Energiesektors sind. Vergleichbar sei die Emission mit den jährlichen Emissionen des gesamten deutschen Luftverkehrs.

Torfabbau findet in Deutschland nur auf bereits infolge der landwirtschaftlichen Vornutzung trockengelegten sogenannten degenerierten Moorflächen statt. Und dass das so ist, betonen die Torfindustrie und die vom Torfabbau profitierenden Erdenhersteller, wann immer es geht. Die Tatsache, dass die Torfstecher erst kommen, wenn das Moor schon nicht mehr intakt ist, es entwässert wurde und schon Kohlendioxid emittiert, dient ihnen als gewaltiges Feigenblatt für ihr umweltzerstörendes Tun. Die Argumentation: Da auf dem zur landwirtschaftlichen Nutzung entwässerten Moor bereits sogenannter "Torfverzehr" durch Oxidation stattfindet - etwa ein Zentimeter pro Jahr -, kann man den Torf auch ernten und für Blumenerden und andere Substrate nutzen. Professor Hans Joosten, international bekannter Moorexperte vom Institut für Botanik und Landschaftsökologie an der Universität Greifswald, leuchtet diese Logik nicht ein: "Man hat ein entwässertes Moor, das durch Emission einen Zentimeter pro Jahr verliert. Dann gräbt die Torfindustrie zwei Meter ab, emittiert damit de facto alles gleichzeitig. Dann wird das ausgetorfte Gebiet wiedervernässt, sodass Torfbildung mit einer Geschwindigkeit von einem Millimeter pro Jahr wieder stattfinden kann. Vernünftige Leute würden sagen: ,Warum vernässt man das entwässerte Moor nicht sofort? Dann verliert man überhaupt nichts mehr'."



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Inhalt

» Teile einer Leiche liegen in deutschen Gärten. Sie ...
» Heute kann man in Deutschland nur noch ein ...
» Auf den Internetseiten der Bundesvereinigung ...
» Professor Joosten hält die Renaturierung - ...
» Auch deutsche Torfwerke beziehungsweise Erden- ...
» Dank Torf geht’s vollautomatisch ...
» EU-Öko-Label für Torfprodukte? - Dass ...
» Umso wichtiger, dass Verbraucher die ...
» Absurd: Verbrennen geht vor ...
» Ein Wunder muss also her, um die weitere ...
» Torfmoos-Bio-Masse kann also Torf ersetzen, ...
» In diesem Zusammenhang warnt Joosten in einem ...
» Änderungen von Naturschutzgesetz, ...
» Wie viele torffreie und wie viele torfhaltige ...
» Das Testergebnis Inhaltsstoffe - ... ...
» Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe ...
» Wenig Stickstoff: Pflanzen brauchen Stickstoff ...
» So reagierten die Hersteller - Die ...
» Kompakt - Torfersatzstoffe ...
» So haben wir getestet - Der Einkauf ...
» Weitere Mängel - Alle Anbieter verwenden ...

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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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