Ratgeber Bauen, Wohnen, Renovieren 14:2012 mit CD
Unwetter und Feuer sind die schlimmsten Feinde für Hab und Gut. Ausreichende Vorsorge mit einer Wohngebäudeversicherung ist deshalb für Immobilienbesitzer unverzichtbar. Das haben die Hausbesitzer in Sachsen-Anhalt gespürt, als das Extremwetter Frank am 11. September 2011 erhebliche Zerstörungen durch Sturm, Hagel und Starkregen anrichtete. Fassaden, Dächer und Fenster mussten zum Teil umfassend erneuert werden. 200 Millionen Euro soll allein diese lokale Naturkatastrophe gekostet haben.
Trotz weniger Großschäden im vergangenen Jahr kommen die Versicherer beim privaten Wohngebäudeschutz aber auf keinen grünen Zweig. Auch 2011 wurde wieder ein dreistelliger Millionenverlust eingefahren - das zehnte Jahr in Folge. Daher müssen Wohngebäudebesitzer aufpassen. Die Versicherer versuchen die Prämien zu erhöhen. Betroffen sind vor allem ältere Gebäude, denn auch marode Wasserleitungen machen den Assekuranzen das Leben schwer.
Trotzdem ist der Wettbewerb noch hart und es gibt große Unterschiede bei Preis und Leistung, wie unser Test zeigt. Daher gilt für alle Hausbesitzer: Stellen Sie Ihre Wohngebäudepolice auf den Prüfstand. Wahrscheinlich ist sehr oft mehr Leistung für weniger Geld möglich. Wer seinen Schutz optimiert, sollte darauf achten, dass der neue Tarif bei Schäden durch "grobe Fahrlässigkeit" voll leistet. Nach neuem Recht bekommt ein Hausbesitzer, der beispielsweise einen offenen Kamin unbeaufsichtigt lässt und so einen Brand verursacht, nur eine Teilentschädigung. Einige Versicherer hingegen verzichten auf den "Einwand der groben Fahrlässigkeit", wie es im Versicherungsdeutsch heißt und zahlen die volle Entschädigung. Ein Einfallstor sind jedoch grob fahrlässige Verstöße gegen Obliegenheitsvorschriften, also gegen Sicherheitsbestimmungen und geltendes Recht. Erstmals hat ÖKO-TEST daher untersucht, welche Leistungen die Versicherer hier bieten.
Auf Herz und Nieren wurden insgesamt 113 Tarife von 46 Versicherern und speziellen Konzeptanbietern geprüft. Die Prämien wurden für sechs Modellfälle in drei Städten für ein Musterhaus im Wert von aktuell rund 350.000 Euro erhoben. Insgesamt wurden 603 Modellfälle analysiert. Im Heft finden Sie das Gesamtergebnis für den Modellfall München, nach dem Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen in Zone 2 klassifiziert (kurz: Zürs 2) ohne Elementarschadenschutz.