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ÖKO-TEST März 2012
TestAltersvorsorge für Selbstständige
Zwischen riskant und todsicher
Altersvorsorge für Selbstständige

Nach den Plänen der Regierung wird Altersvorsorge demnächst auch für Selbstständige und Freiberufler Pflicht. Nur wer eine ausreichende Privatvorsorge nachweisen kann, entgeht voraussichtlich dem Versicherungszwang. Doch können private Vorsorgeprodukte Selbstständige im Alter besser schützen? ÖKO-TEST hat die ersten Neutarife 2012 unter die Lupe genommen und auf Herz und Nieren geprüft.


Rund 4,5 Millionen Selbstständige gibt es in Deutschland. Doch schätzungsweise nur eine Million davon sind in der gesetzlichen Rentenversicherung oder einem berufsständischen Versorgungswerk abgesichert. Den restlichen 75 Prozent der Selbstständigen bleibt es bislang selbst überlassen, ob und wie sie für das Alter vorsorgen. Nicht nur nach Einschätzung der Deutschen Rentenversicherung ist das ein Fehler. Denn mittlerweile ist rund jeder Zehnte Selbstständige von Altersarmut bedroht, so eine alarmierende Studie des Mannheimer Forschungsinstituts für Ökonomie und Demografischer Wandel. Besonders betroffen sind die über 55-jährigen Selbstständigen. Rund 25 Prozent von ihnen müssen damit rechnen, später von Grundsicherung zu leben. Aber auch vielen sogenannten Soloselbstständigen ohne eigene Angestellte droht später Altersarmut.

Bundessozialministerin Ursula von der Leyen will Selbstständige daher jetzt per Gesetz verpflichten, sich für das Alter abzusichern. Uneinig ist sich die Regierungskoalition lediglich über den Weg. Während die CDU eine generelle Rentenversicherungspflicht fordert, wollen FDP und CSU es den Selbstständigen freistellen, ob sie sich in der staatlichen Rentenkasse oder bei einem privaten Anbieter absichern. Wichtig sei nur, dass die Altersvorsorge auskömmlich, nachhaltig und pfändungssicher sei. Letzteres entspricht auch dem Wunsch der Wirtschaft. Arno Metzler vom Bundesverband der Freien Berufe spricht sich zum Beispiel für stärkere Anreize zu privaten Altersvorsorge aus. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) plädiert dafür, die Riester-Rente für Selbstständige zu öffnen. Denn die haben bislang keinen eigenen Anspruch auf Förderung.

Grund genug für ÖKO-TEST, sich die Offerten der privaten Anbieter einmal näher anzuschauen, unter denen Selbstständige jetzt - und vermutlich auch in Zukunft - wählen können. Die Palette der infrage kommenden Tarifvarianten ist groß: Zur Auswahl stehen ungeförderte Privatrenten, Rürup-Renten sowie Riester-Renten und Riester-Bank- und Fondssparpläne, bei denen der Anbieter zulässt, dass sie auch ohne Förderung bespart werden. Alle Vertragsvarianten werden zudem als klassische Police mit sicherheitsorientierter Anlagepolitik oder als fondsgebundene Variante angeboten. Sofern die Privatvorsorge die staatliche Rente ersetzen soll, wird der Gesetzgeber aber vermutlich großen Wert auf Sicherheit legen. ÖKO-TEST hat für den Vergleich daher nur Klassiktarife und fondsgebundene Verträge mit Garantie auf Kapitalerhalt akzeptiert. Außerdem wurden nur Männertarife geprüft. Der Grund: Ab Dezember 2012 werden Unisextarife Pflicht. Das wird voraussichtlich bei den Männern, nicht aber bei Frauen, zu niedrigeren Renten führen.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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