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ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2012
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Halsschmerzmittel
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Halsschmerzmittel

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ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2012
» Produkte anzeigen (8)» Testergebnisse abrufen» Heftinhalt [ J1201 ] anzeigen

Kinder müssen ihr Immunsystem trainieren. Erkältungskrankheiten sind dabei fest eingeplant. Oft beginnt die Erkältung mit Halsschmerzen. Wenn es kratzt im Hals und beim Schlucken und Sprechen schmerzt, möchte man den kleinen Patienten gerne Linderung verschaffen. Hausmittel können helfen: Viel trinken, mit Salzwasser oder Salbeitee gurgeln, Kräuterbonbons lutschen oder Halswickel anlegen schafft in vielen Fällen Erleichterung - auch wenn der Nutzen dieser Maßnahmen wissenschaftlich nicht belegt ist. Viele Eltern greifen lieber zu medizinischen Lutschtabletten aus Apotheke oder Drogerie. Doch sind sie tatsächlich besser als die günstigen Hausmittel?

Um das zu klären, hat ÖKO-TEST acht Halsschmerzmittel eingekauft, die für Kinder ab zwei oder drei Jahren zugelassen sind - darunter Lutschtabletten, eine Gurgel- und eine Sprühlösung. Alle sind als Arzneimittel zugelassen. Unseren wissenschaftlichen Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz von der Uni Frankfurt, haben wir mit der Begutachtung der Präparate beauftragt.

Das Testergebnis

Das Geld können Sie sich sparen: Alle untersuchten Mittel schneiden mit "mangelhaft" oder "ungenügend" ab.

Egal ob die Präparate entzündungshemmend, keimtötend oder lokal betäubend wirken: Ihre Anwendung bei Halsschmerzen bringt den geplagten Kindern keine Vorteile. Sie sorgen nicht dafür, dass die Halsschmerzen schneller wieder verschwinden. "Die Anwendung von Lutschtabletten, Gurgellösungen und Rachensprays mit Lokalantiseptika und/oder von Lokalanästhetika oder Antibiotika wird nicht empfohlen", heißt es in einer aktuellen Leitlinie Halsschmerzen der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Weder durch Lutschen noch durch Gurgeln, allenfalls durch Sprays werden tiefe Rachenregionen wie der Kehlkopf erreicht.

Zu den keimtötend wirkenden Antiseptika zählen die Wirkstoffe Dequaliniumchlorid, Cetylpyridiumchlorid, Hexamidin-diisethionat, Benzalkoniumchlorid und Cetrimoniumbromid. Dazu schreibt die DEGAM: "Die Anwendung von Lokalantiseptika macht nachweislich keinen Sinn, da sie nur an der Oberfläche wirken können, während sich die wesentliche Infektion in der Tiefe des Gewebes abspielt." Die Substanzen gelangen also erst gar nicht an den Ort des Geschehens.

Der antibiotische Wirkstoff Tyrothricin soll Bakterien an ihrer Vermehrung hindern oder sie gleich dahinraffen. Auch damit treffen Halsschmerzmittel nur selten ins Schwarze, sind doch 50 bis 80 Prozent aller Rachenentzündungen durch Viren und nicht durch Bakterien verursacht. Zudem moniert die DEGAM das Fehlen kontrollierter Studien, in denen Patienten und Präparate nach dem Zufallsprinzip zugeordnet (randomisiert) wurden. Wir werten die Substanz daher um zwei Noten ab.

Bei einigen Präparaten ist die Anwendungsdauer im Beipackzettel nicht ausreichend begrenzt, sondern lediglich davon die Rede, die Halstabletten "nicht längerfristig" einzunehmen. Das ist uns zu unpräzise, höchstens drei bis fünf Tage sollten die Mittel eingenommen werden. Die Einnahme der Dorithricin Halstabletten, Lutschtabletten soll "noch einen Tag nach Abklingen der Beschwerden fortgesetzt werden" - es scheint egal zu sein, wie lange die Beschwerden andauern.

Jeweils Notenabzüge gibt es auch für den Hilfsstoff Alkohol und den Farbstoff Chinolingelb (E 104).





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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