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ÖKO-TEST Januar 2012
TestVitamin-D-Präparate
D-batte
Vitamin-D-Präparate



Mehr als ein Knochenhärter", formulierte der Stern bereits im Jahr 2008: Vitamin D diene im Körper als eine Art "chemischer Zentralschalter". Ein niedriger Blutspiegel könne das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, auch bestehe ein Zusammenhang mit Tumoren in Brust, Prostata oder Darm. Spiegel Online behauptete: "Vitamin D bringt Killerzellen auf Trab", und berief sich auf eine Studie, derzufolge das Vitamin bestimmte Abwehrzellen zum gezielten Angriff auf Krankheitserreger befähigt.

Tatsächlich wird mit zunehmenden Eifer an dem seit fast 90 Jahren bekannten Vitamin geforscht. In jüngster Zeit hat die Zahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen rasend zugenommen. Die medizinische Literaturdatenbank Pubmed spuckt Ende November 2011 zum Stichwort Vitamin D 53.323 Einträge aus, davon allein im vergangenen Jahr fast 3.400.

Dabei handelt es sich bei Calciferol, so der wissenschaftliche Name von Vitamin D, eher um ein Prohormon. Denn der Körper braucht zwar zwingend Vitamine, kann sie aber nicht selbst herstellen. Anders bei Calciferol: Es kann in der Haut aus einer Vorstufe unter dem Einfluss von ultraviolettem Licht gebildet werden. Via Blutbahn gelangt es zunächst in die Leber, dann in die Niere. Dort wird es in seine aktiven Stoffwechselprodukte 25-Hydroxy-Vitamin D (Calcidiol) und 1,25-Dihydroxy-Vitamin D (Calcitriol) umgewandelt. Diese sorgen dafür, dass mit der Nahrung aufgenommenes Calcium und Phosphat aus dem Darm aufgenommen und in Knochen und Zähne eingebaut werden.

Andockstellen für Vitamin D gibt es jedoch in über 30 Geweben, die nichts mit dem Knochenstoffwechsel zu tun haben. Dazu zählen die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse, blutbildende Zellen, Herz- und Skelettmuskelzellen, Nerven- und bestimmte Abwehrzellen. Kein Wunder also, dass die Wissenschaft Vitamin D mit so vielen Erkrankungen verbindet.

Im Hinblick auf Krebs ist die Datenlage für Vitamin D zwar eher günstig, aber keinesfalls einheitlich. "Eine hohe Vitamin-D-Konzentration im Blut schützt Frauen jenseits der Wechseljahre vor Brustkrebs", heißt es beim Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Auch für Dickdarm- und Eierstockkrebs fanden Wissenschaftler um Professor Hermann Brenner vom DKFZ solche Beziehungen. Demgegenüber gab es keinen Zusammenhang zwischen dem 25-Hydroxy-Vitamin-D-Spiegel und Prostatakrebs, während hohe Spiegel das Risiko für einen Krebs der Bauchspeicheldrüse sogar verdoppeln können. Wissenschaftler des amerikanischen National Cancer Institute schlussfolgern daher auch, Vorsicht walten zu lassen, bevor gesunden Menschen höhere Vitamin-D-Konzentrationen zum Schutz vor Krebs empfohlen werden.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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