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ÖKO-TEST Januar 2012
TestPutenfleisch
Guten Appetit
Putenfleisch



Natürlich wollten wir auch wissen, wie es um die Qualität von Putenfleisch bestellt ist. Wir ließen zwölfmal Putenschnitzel und Putenbrustfilet beim Discounter, in Supermärkten und Bio-Läden einkaufen und im Labor auf Keime, die Sensorik und Rückstände von Antibiotika untersuchen. Einige Keime wurden auch auf Antibiotikaresistenzen getestet.

Das Testergebnis

Das verdirbt den Appetit: Alle Produkte stammen von Hochleistungsrassen, alle konventionellen Puten hatten keinen Zugang zum Freiland und ihnen wurden die Schnäbel gekürzt. Rasse und fehlenden Freilandzugang werten wir um jeweils eine Note ab, das Schnäbelkürzen um zwei, sodass Bio-Puten bestenfalls mit "gut" abschneiden, konventionelle nicht besser als "mangelhaft". Minuspunkte gab es auch, wenn das Fleisch nicht in Ordnung war, etwa weil es mit erhöhten Keimzahlen belastet war und im Geruch und Aussehen bereits erste Anzeichen eines beginnenden Verderbs zeigte.

Neun bis elf der zwölf Bestände wurden mit Antibiotika behandelt. "Kein Einsatz von Antibiotika im Mastdurchgang", antwortete Heidemark für das Lidl-Produkt in dem Fragebogen, den wir allen Anbietern zugeschickt haben. Das schließt allerdings eine Behandlung in der Aufzuchtphase, das sind die ersten fünf Lebenswochen, nicht aus. Auch von Mutzschen Truthahn (beliefert die Lidl-Schwester Kaufland), erhielten wir eine zweideutige Auskunft: "Aus der Beurteilung der amtlichen Schlachttieruntersuchung im Herkunftsbetrieb ist ersichtlich, dass die Vorschriften über die Verwendung von Tierarzneimitteln eingehalten wurden. Die vorliegenden Informationen zur Lebensmittelkette für die betroffene Herde belegen, dass im relevanten Zeitraum vor der Schlachtung keine Behandlung durchgeführt wurde", schreibt der Mäster. Mehr erfuhren wir trotz Nachfrage nicht. Doch übersetzt bedeutet die Antwort: Die Puten wurden lediglich kurz vor der Schlachtung nicht behandelt, was nicht nur verboten, sondern auch dumm wäre, weil die Antibiotika dann im Fleisch nachweisbar wären.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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