Testberichte aus dem Archiv

Orangensaft
Ohhh!

Nein, auf dem Hof stehen natürlich keine Orangenbäume. So oder ähnlich hören wir es von kleinen Keltereien, egal ob wir in Osthessen anrufen, in Oberbayern oder in Frankfurt. Das Hauptgeschäft sind hier Äpfel aus der Region, die frisch zu regionalem Apfelsaft gepresst werden. Natürlich hat man auch Orangensaft im Portfolio, aber das ist mehr ein Nebengeschäft. Das Auspressen der Zitrusfrüchte besorgen andere für die Abfüller.
Christa Heckl, Inhaberin einer kleinen Kelterei, die auf halbem Weg zwischen Augsburg und Ingolstadt liegt, erklärt etwa, dass die Grundzutat für ihren Orangensaft ein Konzentrat aus einem 1.000-Liter-Container ist. In einem bestimmten Verhältnis wird es mit speziell aufbereitetem Wasser abgefüllt. Am Ende muss dann ein Orangensaft stehen, der analytisch und geschmacklich einem Direktsaft in nichts nachstehen darf. So verlangt es die Fruchtsaftverordnung. Anderswo wird auch mal gleich fertiger Saft aus dem Container in Flaschen abgezogen. Zack noch das eigene Etikett drauf, fertig ist ein Produkt, das man als "Orangensaft von hier" kauft. Obwohl in der Region gar keine Orangen wachsen.
Aber wo kommt der Saft wirklich her? Zwei Firmennamen fallen immer wieder: Wild und Döhler. Große Hersteller von fruchtigen Grundstoffen für die Lebensmittelindustrie: Konzentrate, Limonadengrundstoffe, Pulpen, Aromen, mitunter auch fertige Säfte. Wer beispielsweise bei Döhler anruft, kann sich sein Orangensaftkonzentrat quasi maßschneidern lassen: Soll der Saft eher mild sein oder eher sauer, eher süß oder eher herb, mit Fruchtfleisch oder ohne, gemäß den gesetzlichen Vorgaben schon fertig rearomatisiert oder setzt man selbst noch die Aromen zu? Es gibt viele Möglichkeiten, heißt es von dem Unternehmen aus Darmstadt.
Dass die maßgeschneiderte Mischung immer die gleiche Qualität hat, auch wenn mal eine bestimmte Ernte anders ausgefallen ist als im Vorjahr, das ist die hohe Kunst des Unternehmens. Dazu wird gemischt, analysiert, verkostet. So lange, bis am Ende ein Produkt steht, das nicht nur immer gleich schmeckt, sondern auch chemisch immer so gleich ist, das man mit modernster Labortechnik stets die gleichen Verhältnisse bestimmter Orangenaromen findet.
» weiter auf der nächsten SeiteInhalt
Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
Informationen anzeigen
Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
Mehr Artikel zu diesem Themengebiet
Kaffee:
Wer handelt fair?Spezialitäten aus Deutschland:
Alles Gute!Apfelsaft-Schorle:
Eine WeltreiseRegionale Lebensmittel:
Globale RegionenSchokolade, Bitterschokolade:
Besser fairnaschenSlow Food:
Man ist, was man isstSpezialitäten aus Deutschland:
Alles Gute!Über ÖKO-TEST - CSR und NachhaltigkeitVerpackungsalternativen:
Grün oder doch nicht grün?Mindesthaltbarkeitsdatum:
Von wegen verdorben!Leserfrage: Pflanzengiftstoffe in HonigLeserfrage: Kennzeichnung von Bio-WareLeserfrage: Unsinnige MaßeinheitLeserfrage: Mysteriöses Päckchen zwischen den NüssenLeserfrage: Nur Wasser in die Plastikflasche? Ernährung / Essen / Trinken
Online-Service für Abonnenten - ANZEIGE -
News
Unrühmliche Bilanz einer Oxfam-Studie: Global Player wie Danone, Nestlé oder Coca-Cola zahlen unfaire Löhne und beuten die Landbevölkerung in vielen Teilen der Erde aus.
» News lesenVerbraucher sollen informiert werden, wenn Lebensmittelbetriebe in Sachen Hygiene schlampen. Allerdings machen die wenigsten Behörden Verstöße öffentlich. Immer mehr Gerichte stoppen die "Schmuddellisten".
» News lesenInterview mit Jürgen Stellpflug, Chefredakteur von ÖKO-TEST, zu umweltbewusst einkaufen.
» News lesenWas heißt eigentlich überhaupt "umweltbewusst einkaufen"? Auf welche Siegel kann man sich verlassen? Die Antworten darauf will ein kostenloses E-Book liefern.
» News lesenWurst, Fastfood oder Instantprodukte: Phosphate werden vielen Lebensmitteln zugesetzt. Dr. Kai Hahn von der Taskforce "Phosphate in food" hält das für ein Gesundheitsrisiko.
» News lesenWWF hat jetzt einen Sushi-Ratgeber zum Runterladen unter www.wwf.de im Angebot. Ein Ampelsystem informiert, wie dezimiert welche Fischart ist.
» News lesenSchweden diskutiert eine europaweite Steuer auf Fleisch. Damit sollen der Fleischkonsum und der dadurch verursachte Kohlendioxidausstoß reduziert werden.
» News lesenBio-Verbände kritisieren: Das kürzlich vom Deutschen Tierschutzbund eingeführte Label schützt die Tiere nicht.
» News lesen » mehr News anzeigen Aktuelle Themen

Wasserfußabdruck - Rund 4.000 Liter Wasser "verschwendet" jeder Deutsche durchschnittlich pro Tag. Die Rede ist vom sogenannten virtuellen Wasser. Darunter versteht man die Menge, die während der gesamten Produktionskette aufgewendet oder verschmutzt wird.
» Artikel lesen 
Community Supported Agriculture - Hinter dem Begriff Community Supported Agriculture – kurz CSA – steht wortwörtlich übersetzt eine "gemeinschaftsunterstützte Landwirtschaft". Das ÖKO-TEST-Special wirft einen Blick hinter die Kulissen dieser bäuerlichen Direktvermarktung.
» Artikel lesen 
Über ÖKO-TEST - CSR und Nachhaltigkeit - Immer häufiger berücksichtigen wir CSR und Nachhaltigkeit in unseren Testurteilen.
» Artikel lesen 
Der Diäten-Wahnsinn - Diäten gibt es wie Sand am Meer. Ob sie zum dauerhaften Abnehmen taugen, hängt vor allem davon ab, was auf den Teller kommt. ÖKO-TEST hat einige Diäten überprüft. Nicht alle können wir zum Abspecken empfehlen.
» Artikel lesen » mehr Themen anzeigen