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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
TestVegetarische Fertiggerichte
Fleisch oder Pflanzerl?
Vegetarische Fertiggerichte

Wenn es schnell gehen muss, sind Fertiggerichte eine praktische Sache. Nicht nur Vegetarier bevorzugen dabei gern fleischlose Varianten. Schade, dass wir nicht alle empfehlen können.


Wäre ein frischer Salat doch besser gewesen? Es ist schon komisch, wie schnell man zu einem Fertiggericht greift und doch skeptisch beäugt, was da wohl in der Verpackung steckt.

In unserem Test von 22 Fertiggerichten ohne Fleisch ging es vorrangig um das "Innenleben" von Dosen, Beuteln und Schachteln, sprich um Schadstoffe, den Salzgehalt oder Zusätze. Außerdem ließen wir den Geschmack untersuchen und prüften, ob der Inhalt hält, was die Verpackung verspricht.

Das Testergebnis

Die vegetarische Lasagne von Bio-Hersteller Demeter-Felderzeugnisse schneidet als einziges Produkt mit einem "sehr guten" Gesamturteil ab. Weitere vier fallen immerhin "gut" aus, die meisten Marken sind jedoch "befriedigend" oder "ausreichend".

Durchgefallen sind dagegen das Nudelgericht von Iglo - es erhielt ein "mangelhaft" - und die Penne-Gorgonzola-Gerichte von Edeka und Lidl - die beide mit "ungenügend" abschnitten.

Auch in vegetarischen Fertigmahlzeiten steckt viel Salz, allerdings weniger als beispielsweise in Tiefkühl-Salamipizzen. Reichlich Salz, nämlich mehr als sechs Gramm pro Teller, liefern die Bio-Kartoffeltöpfe von Eden und Naba. Das ist mehr, als man täglich maximal insgesamt zu sich nehmen sollte.

In vielen Produkten stecken überflüssige Zusätze, nämlich glutamathaltige Geschmacksverstärker. Die geschmacksverstärkende Substanz Glutamat wird dabei meist als Bestandteil von Hefeextrakt oder Würze in das Produkt eingebracht. Synthetisch gewonnenes Mononatriumglutamat findet sich nur in den Gemüse Ravioli von Maggi und der Lasagne Spinato von Popp-Feinkost. Glutamat gilt als umstritten, da Empfindliche darauf mit Schläfendruck, Kopfschmerzen oder einem steifen Nacken reagieren können.

Fünfmal werten wir ab, weil die beauftragten Labore Schadstoffe in erhöhter Menge entdeckten. Bei den Pastagerichten Frenzel Gemüse auf Penne und Combino Penne Gorgonzola handelt es sich um den Fettschadstoff 3-MCPD-Ester und bei der Eismann Kartoffelpfanne "Kreta" um den möglicherweise noch problematischeren Stoff Glycidyl-Ester. Beide Substanzen entstehen bei der Raffination von Ölen und Fetten.

Im Iglo Viva Italia! Penne Creme Spinaci und Gut & Günstig Penne Gorgonzola, mit Blattspinat stecken erhöhte Werte des Schwermetalls Cadmium. Dass zwei Spinat-Nudel-Gerichte betroffen sind, ist übrigens kein Zufall. Denn das Schwermetall reichert sich besonders in Weizen, Spinat, Salat und einigen Wildpilzen an.

Drei Essen sind mit Schmelzkäse zubereitet, in den Gut & Günstig Penne Gorgonzola stecken sogar zwei Schmelzkäsezubereitungen. Wir meinen, dass man die Gerichte besser mit "echten" Zutaten wie Käse, Sahne, Milch, eventuell einem guten Pflanzenöl und einem natürlichen Dickungsmittel wie Stärke oder Mehl zubereiten sollte. Schmelzkäse wird zudem oft mit vielen Zusatzstoffen wie Citraten oder Phosphaten hergestellt. Und wenn diese Schmelzsalze nicht zugesetzt wurden, dann sind in der Regel Zutaten wie Milcheiweiß oder Molkeneiweiß enthalten, die sich besser anhören, im Produkt aber vor allem bestimmte Funktionen erfüllen sollen.

Der Kauf eines Produkts hängt auch von der Aufmachung der Verpackung ab. Kritisch finden wir Abbildungen, die das Gericht auf der Packung deutlich ansprechender präsentieren, als es auf dem Teller tatsächlich aussieht. Das kommt relativ oft vor, führte aber erst zur Abwertung, wenn der Unterschied aus unserer Sicht gravierend war.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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