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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
TestVegetarische Brotaufstriche
Zweifelhaft würzig
Vegetarische Brotaufstriche

Wer einmal auf Wurst und Käse verzichten möchte, muss nicht unbedingt zur Marmelade greifen: Vegetarische Brotaufstriche mit Kräutern, Gemüse oder Hülsenfrüchten sind herzhafte Alternativen. Allerdings kommt die Würze häufig aus getarnten Geschmacksverstärkern.


Der erste Brotaufstrich wurde eher aus der Not geboren als aus Erfindergeist. Im Zweiten Weltkrieg war das Fleisch knapp und auf der Suche nach einer neuen und zudem schmackhaften Proteinquelle kam der Chemiker Dr. Erwin Haag auf die Idee, Bierhefe als Hauptbestandteil für einen leberwurstähnlichen Aufstrich zu nehmen. Der war zunächst nicht gänzlich fleischfrei, sondern lediglich mit weniger Fleisch hergestellt. Inzwischen gibt es nicht nur in Bio-Supermärkten ein reichhaltiges Angebot an vegetarischen Brotaufstrichen. Wir wollten wissen, wie es um deren Qualität steht, haben 25 Produkte eingekauft und auf ein umfangreiches Spektrum an Schadstoffen testen lassen.

Das Testergebnis

Die meisten Produkte bestehen die zahlreichen Untersuchungen mit der Note "gut", einige auch mit "sehr gut". Selbst die zwei Schlusslichter schneiden noch mit "befriedigend" ab.

In der Granovita Curry-Sesam Vegetarische Pastete stecken erhöhte, in zwei weiteren Produkten leicht erhöhte Werte der Fettschadstoffe 3-MCPD- und Glycidyl-Ester. Sie bilden sich, wenn bestimmte Öle oder Fette raffiniert werden. Experten gehen davon aus, dass sie ein gesundheitliches Risiko bergen könnten: von gutartigen Tumoren bis hin zu Krebs.

In der Sandwich-Pastete mit Curry & Sesam von Pural sind Rückstände eines Pestizids über dem Orientierungswert des Bundesverbands Naturkost Naturwaren von 0,01 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) enthalten. Die Menge ist zwar sehr gering, aber dennoch ein Hinweis darauf, dass eine oder mehrere Zutaten nicht den Bio-Kriterien entsprechen. Ursachen können Vermischungen mit konventioneller Ware oder eine unzulässige Anwendung im Anbau sein. Es ist die Sache des Herstellers, dem nachzugehen.

Hefeextrakt gilt als ganz normale Zutat, wird tatsächlich aber in zehn Produkten als versteckter Geschmacksverstärker genutzt. Darin konzentriertes Glutamat verleiht den Aufstrichen eine besonders würzige Note. Der Hefeextrakt soll aber nicht nur Geschmack bilden, sondern auch einen vorhandenen pikanten Geschmack verstärken.

Das enthaltene Glutamat kann jedoch bei empfindlichen Menschen zu Kopfschmerzen oder steifem Nacken führen. Auch Nährhefe enthält Glutamat, ist aber nicht konzentriert wie Hefeextrakt. Wir sehen allerdings die konventionelle Nährhefe in Bio-Produkten kritisch.

Der Test hat gezeigt, dass in vielen Brotaufstrichen eine gewisse Grundbelastung mit den Schwermetallen Arsen und Cadmium vorhanden ist. Die Mengen erreichten aber noch nicht unsere Abwertungsgrenzen.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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