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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
TestMineralwasser, still
Rein gar nichts
Mineralwasser, still

Viele Menschen trinken stilles Mineralwasser - es gilt als besonders pur und rein. Unser Test offenbart eine andere Seite: Abbauprodukte von Pestiziden, Keime und manchmal zu viel giftiges Uran. Mehr als die Hälfte der 102 getesteten Wässer können wir aber empfehlen.


Seit einiger Zeit werden Abbauprodukte von Pestiziden (Metabolite) in Mineralwasser nachgewiesen. Auch zwei Produkte aus dem ÖKO-TEST Mineralwasser für Säuglingsnahrung 6/2011 waren mit erhöhten Werten belastet.

Wir wollten wissen, wie es um die ursprüngliche Reinheit und sonstige Qualität der verschiedenen Mineralwässer bestellt ist und haben 102 Produkte unter anderem auf Pestizidabbauprodukte untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Gut jedes fünfte Wasser fällt nur "mangelhaft" oder "ungenügend" aus. Zum Glück schneidet aber deutlich mehr als die Hälfte der Produkte mit "sehr gut" und "gut" ab.

In sage und schreibe 28 Wässern fand das Labor Pestizidmetabolite, in 15 Produkten sogar in Mengen über dem Orientierungswert der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift über die Anerkennung und Nutzungsgenehmigung von natürlichem Mineralwasser (AVV). In den übrigen wurden die Metabolite zwar nachgewiesen, sie blieben aber unter dem festgelegten Richtwert.

Der Orientierungswert bezieht sich auf Pestizide. Die Länderbehörden beanstanden aber auch erhöhte Werte der Abbauprodukte. Deshalb bewerten auch wir streng und ziehen vier Noten ab. Doch auch Messwerte darunter liefern Hinweise auf eine Verunreinigung.

Eine Reihe von Wässern enthalten zu viele Keime. Auch wenn sie nicht gefährlich sind: Die Mineral- und Tafelwasserverordnung schreibt Maximalgehalte vor, an denen wir uns orientieren. Diese beziehen sich zwar auf Wasser, das zwölf Stunden nach der Abfüllung untersucht wurde, doch auch im gelagerten Wasser sollten größere Mengen nicht zu finden sein.

Uran gilt als besonders problematisch, weil schon sehr geringe Mengen die Nieren schädigen können. Zwei Mineralwässer sind besonders hoch belastet: das Graf Metternich Quelle Naturelle mit 11,6 µg/l und das Europerl Naturell mit 7,2 µg/l.

Einige Wässer haben Probleme mit Bor und Mangan. Bor hat sich in Tierversuchen als entwicklungs- und fortpflanzungsschädlich herausgestellt. Mangan kann in hohen Dosen neurologische Störungen auslösen.

In manchen Wässern wies das Labor Stoffe nach, die laut Deklaration gar nicht enthalten sein sollen. Das betraf Nitrat und im Fall des Bio Kristall Still Biomineralwassers auch Fluorid. Wer auf diese Stoffe verzichten will, sollte sich darauf verlassen können, dass sie auch tatsächlich nicht enthalten sind.

Auch wenn die Umweltbilanzen von PET-Einweg und PET-Cycle mittlerweile verbessert wurden, zum Beispiel durch geringere Flaschengewichte oder kürzere Wege, ist Mehrweg immer noch die sinnvollere Wahl, insbesondere wenn es in der Region produziert und vertrieben wird. PET-Einweg- und PET-Cycle-Flaschen erhalten aufgrund der Verbesserungen weniger Minuspunkte als in früheren Tests.

So reagierten die Hersteller

Teutoburger Mineralbrunnen, Harzer Grauhof Brunnen, Aldi Süd (Aqa Clulinaris Still, Feinquell), Penny (Elitess Schönborn Naturelle), Sinziger Mineralbrunnen (Sinziger Naturelle, Ahrtalquelle Naturelle), Rewe (Aquamia): Die mit Metaboliten belasteten Quellen sollen geschlossen und die Produkte künftig aus anderen Quellvorkommen abgefüllt werden.

Neumarkter Lammsbräu: Der Anbieter des Mineralwassers Bio Kristall bestätigte die von uns gefundene erhöhte Keimzahl und kündigte an, sich künftig um noch bessere Hygienestandards kümmern zu wollen.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

Informationen anzeigen

Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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