Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012

Reis
Es bewegt sich etwas

Reis gehört zu den beliebtesten Beilagen auf deutschen Tellern - und das nicht erst seitdem die asiatische Küche bei uns Einzug gehalten hat. Doch schädliche Stoffe wie Arsen und Mineralöl machen den Reis mitunter zu einem zweifelhaften Genuss.
Mineralöl im Reis? Als ÖKO-TEST im Herbst 2010 Reis testete, wunderten wir uns selbst ein wenig über die Ergebnisse. Alle Sorten, die in Kartons abgefüllt waren, enthielten deutliche Mengen an diesen Kohlenwasserstoffverbindungen. Ursache dafür sind größere Mengen an Mineralölen in den Kartonverpackungen, die flüchtig genug sind, dass sie auf Lebensmittel übergehen können. In die Kartons geraten die Mineralöle über Druckfarben, wie sie zum Bedrucken der Packungen oder im Zeitungsdruck verwendet werden. Mineralöl dient in diesen Farben als Lösungsmittel und bleibt insbesondere beim Druck von Zeitungen im Papier zurück. Auch beim Recycling lässt sich das Öl nur schwer entfernen, sodass Altpapier und alles, was daraus gemacht wird, belastet ist. Das betrifft auch die Recyclingkartons, die viele Lebensmittelhersteller für ihre Produkte einsetzen - nicht zuletzt aus Gründen des Umweltschutzes.
Seit Veröffentlichung unserer Testergebnisse 2010 ist die Branche in Bewegung gekommen, verschiedene Minimierungsstrategien werden ausprobiert. Was jahrelang unmöglich schien, wird auf einmal praktiziert: Die Lebensmittelkartons werden (zumindest zum Teil) mit mineralölfreien Druckfarben bedruckt.
Wir wollten wissen, wie sich ganz konkret die Situation bei den von uns schon einmal untersuchten Langkornreis-Produkten entwickelt hat. Wir haben die Hersteller nach ihren Änderungen befragt und die Proben daraufhin überprüfen lassen. Lesen Sie das spannende Ergebnis:
Das Testergebnis
Die Bemühungen der Branche zeigen erste Erfolge. Einige Hersteller haben sich komplett von der Kartonverpackung verabschiedet, andere lassen den Reis in Kartons aus Frischfasern verpacken oder setzen andere Druckfarben ein - manche fahren beide Strategien. Zwar ist das Problem noch nicht endgültig vom Teller, aber der Vergleich unserer Laborergebnisse zeigt, dass die Mineralölwerte auch in den noch immer belasteten Proben deutlich nach unten gegangen sind. Einige Reissorten werten wir aber nach wie vor mehr oder minder streng ab, weil in ihnen noch Mineralöl nachgewiesen wurde.
Alle Reisproben enthalten das krebserregende Halbmetall Arsen in mehr oder weniger großen Mengen. Gefunden wurden 49 bis 139 Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg) anorganisches Arsen - das ist dessen besonders giftige Form. Da gültige Grenz- und Aufnahmewerte fehlen, haben wir uns nach Beratung mit Experten dafür entschieden, als "Grenze" 100 µg/kg Reis festzulegen und Gehalte ab 100 µg/kg um zwei Noten beziehungsweise Gehalte ab 50 µg/kg um eine Note abzuwerten. Danach ist nur der Uncle Ben’s Spitzen-Langkorn-Reis, 10 Minuten in puncto Arsen nahezu unbelastet.
Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, etwa gegen Schimmelpilze oder Schadinsekten, fand das Labor meist nur in unbedenklichen Spuren. Lediglich die getesteten Produkte von Aldi Nord und Penny enthalten etwas höhere Mengen. Der Bio-Reis im Test ist hingegen immer unbelastet.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
Informationen anzeigen
Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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