Testberichte aus dem Archiv
Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 9: 2011 mit CD

Risikolebensversicherungen
Eine von dreien

Wer vom gesundheitsschädlichen Glimmstängel die Finger lässt, fährt bei den meisten Anbietern deutlich billiger: Zwischen 46 und 224 Prozent Aufpreis müssen Raucher zahlen. Nur sieben Gesellschaften im Test (Debeka, Itzehoer, LV 1871, Mecklenburgische, R + V, VGH und VLV), versichern Raucher und Nichtraucher zum gleichen Preis.
Auch ungelernte Hilfskräfte müssen bei einigen Gesellschaften kräftig zuzahlen. 22 bis 85 Prozent Aufschlag im Vergleich zu kaufmännischen Angestellten verlangen derzeit Asstel, Gothaer, Direkte Leben, Karlsruher, Württembergische, Zurich Dt. Herold, HUK-Coburg und HUK24. Dagegen zahlen Hochschullehrer teilweise weniger. Um 14 bis 26 Prozent günstiger als kaufmännische Angestellte kommen sie beim Volkwohlbund und HDI-Gerling an eine Police.
Offenbar sind die Unternehmen auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten zur Differenzierung. So zahlen bei der HanseMerkur Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen 16,7 Prozent mehr als privat Krankenversicherte.
Seit jeher kommen bei allen Gesellschaften Frauen, weil sie in der Regel länger leben, billiger an einen Vertrag als Männer. Die zahlen zwischen 17 und 82 Prozent mehr. Damit dürfte jedoch bald Schluss sein. Denn der europäische Gerichtshof hat unterschiedliche Beiträge für Männer und Frauen untersagt, bis Ende 2012 müssen so genannte Unisextarife eingeführt werden. Daher dürften die Beiträge für Frauen kräftig steigen. Ob sie im Gegenzug für Männer sinken, ist noch nicht ausgemacht.
Kompakt
Die Verweigerer
Eine ganze Reihe von Versicherern hat die Teilnahme am Test verweigert oder sich nicht einmal bei uns gemeldet. Dazu gehören AachenMünchener, Ageas Deutschland Lebensversicherung, Allianz und ihre Tochter Deutsche Lebensversicherungs-AG (DLVAG), Barmenia (Tarifumstellung zum 1.1.2012), Bayern-Versicherung, Continentale, Deutscher Ring, Helvetia, Iduna, Inter, Mamax, Münchener Verein, der Nürnberger-Konzern, Oeco Capital, Öffentliche Berlin, Öffentliche Braunschweig, Provinzial Nordwest, Stuttgarter, Swiss Life (Überarbeitung des Tarifs) und Universa. Die Alte Leipziger will nicht teilnehmen, weil "die Risikolebensversicherung kein Schwerpunkt der Produktstrategie" ist, bestätigt aber die Richtigkeit unserer Daten. Über die Gründe für die Verweigerung der meisten anderen Versicherer können wir nur spekulieren: Wahrscheinlich fürchten sie, schlecht abzuschneiden. Denn das Verhalten unterscheidet sich von Tochter zu Tochter im gleichen Konzern. So beteiligt sich die Generali-Tochter CosmosDirekt "gern", während die AachenMünchener, ebenfalls eine Generali-Tochter, als teurer Serviceversicherer eine Teilnahme ablehnt: Im vergangenen Jahr noch ohne Begründung, jetzt schreibt die Pressestelle, unsere Daten seien falsch.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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