Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 9: 2011 mit CD
Dennoch konnten wir - anders als viele Studien - in unserem Test nicht feststellen, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Güte des Auswahlverfahrens, der Strenge von Ausschlusskriterien und der Rendite des Fonds besteht. ÖKO-TEST hat die Wertentwicklung aller Fonds geprüft und mit dem jeweiligen konventionellen Marktindex verglichen. Ergebnis: Ob der Fonds besser oder schlechter als der Markt abschneidet, hängt offenbar weniger von den Nachhaltigkeitskriterien als von den sonstigen Managementqualitäten sowie der Branche und Region ab, in die der Fonds überwiegend investiert. So gibt es tiefgrüne Topfonds, die besser, aber auch schlechter als der Markt abschneiden und umgekehrt.
Die beste Performance unter den vier tiefgrünen Topaktienfonds erwirtschaftete der KBC ECO Fund Water. Er ist sowohl im Fünfjahresbereich spitze und schneidet auch in dem durch die Finanzkrise besonders kritischen Dreijahreszeitraum nur leicht unterdurchschnittlich ab. Auf Jahressicht konnte er mit einer Rendite von 3,76 Prozent aber schon wieder zulegen und eine durchschnittliche Performance bieten. Das liegt aber vermutlich am Anlageschwerpunkt. Der Fonds investiert vorwiegend in Aktien aus dem Bereich der Wasser- und Abwasserversorgung, einer Branche, die angesichts der weltweit zunehmenden Wasserknappheit schon seit Jahren boomt.
Auch der Green-Effects-NAI-Werte-Fonds kommt auf eine ordentliche Performance. Der Fonds legt aber schwerpunktmäßig in Öko-Pionieren und damit in kleineren und mittleren Titeln an, was sich in etwas höheren Kursschwankungen niederschlägt.
Hohe Kursschwankungen sind aber auch beim ÖKOWorld-Fonds und beim Espa WWF Stock Umwelt nicht auszuschließen. Denn wer in lupenreine Nachhaltigkeitstitel investiert, hat häufig kleinere Aktien im Depot. Das schlägt sich in schwierigen Börsenzeiten, wie wir sie in den letzten drei Jahren inklusive Finanzkrise hatten, natürlich auch in der Performance nieder. Beim ÖKO-WorldFonds nagen aber auch vergleichsweise hohe Kosten an der Rendite. Mit einer Gesamtkostenquote von 2,13 Prozent pro Jahr liegt der Fonds deutlich über Marktdurchschnitt. Ein Grund dafür ist der besondere Aufwand, den der ÖKOVision beim Nachhaltigkeitsscreening betreibt. Die Kosten dafür in Höhe von 0,20 % pro Jahr sind in der Gesamtkostenquote enthalten. Hinzu kommt eine erfolgsabhängige Gebühr.