Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 9: 2011 mit CD
Transparenz ist daher das oberste Gebot für grüne Geldanlagen. Das haben viele Anbieter erkannt. 43 der untersuchten 71 Fonds haben zum Beispiel den 2008 eingeführten Europäischen Transparenzkodex von Eurosif unterzeichnet. Das bedeutet: Sie stellen für interessierte Anleger alle Informationen bereit, die notwendig sind, um die ESG-Kriterien, das ESG-Research-Verfahren und die praktische Umsetzung des Auswahlverfahrens beurteilen zu können. Beantwortet wird zudem auch die Frage, ob der Fonds versucht, durch direkte Gespräche mit Unternehmen oder durch sein Abstimmungsverhalten auf Hauptversammlungen mehr Nachhaltigkeit anzuregen.
Transparenz allein ist kein Gütesiegel für grüne Fonds
Einziges Manko: Das Transparenzsiegel bringt zwar eine gewisse Ordnung in die verwirrende Vielfalt von Auswahlverfahren und Kriterien. Die gelieferten Informationen sind bislang aber eher für Experten und nicht für Laien gemacht. Nicht selten umfassen die Anlageerläuterungen weit mehr als 20 dicht beschriebene Seiten gespickt mit ESG-Fachchinesisch. Aber die Branche arbeitet bereits daran, die Informationen zu vereinfachen und zu verdichten, sodass Verbraucher künftig anhand einer simplen Stylebox erkennen können, wie und wo der Fonds investiert. Das klingt vielversprechend. Deshalb haben wir erst einmal auf eine Bewertung der Verständlichkeit der Informationen verzichtet.