Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 9: 2011 mit CD
Magere Renten trotz guter Rendite. Richtig spannend wird es jedoch, wenn das Kapital zu Rentenbeginn in eine lebenslange Zusatzrente umgerechnet wird. Der größte Knackpunkt dabei: Wie hoch die Riester-Rente von der Bank dann sein wird, erfahren die Kunden bei Vertragsabschluss nicht. Verbraucher können vorab also nicht erkennen, ob die Bank, die in der Ansparphase gute Konditionen bietet, in der Rentenphase abkassiert. Die ersten Angebote für die Auszahlphase zeigen jedoch, dass die Rentenphase unverschämt teuer werden kann.
Die Zinskonditionen sind teilweise undurchsichtig: Ärgerlich ist, dass Riester-Sparer bei Plänen mit Zins und Bonus kaum abschätzen können, wie ihr Vertrag auf Zinsänderungen reagiert. Dafür sind allein die Basiszinsmischungen zu komplex. Um Verbrauchern wenigstens eine Orientierungshilfe zu geben, hat ÖKO-TEST die Zinsdifferenz zu einem Mustervertrag ermittelt. Sie gibt an, mit welchem Ertrag der Kunde rechnen kann, sofern die Zinsdifferenz konstant bleibt. Dabei gilt: Je geringer die Zinsdifferenz, desto besser ist der Vertrag. Allerdings ist die Zinsdifferenz nur ein grober Indikator, um die künftige Rendite des Vertrags abzuschätzen. Rückrechnungen haben gezeigt, dass die Banken bei Zinsanpassungen Spielräume haben, die sie auch ausschöpfen. Deshalb kann der Zinsabstand im Zeitverlauf bisweilen schwanken.
Transparente Angaben der Kosten. Bei den Kostenangaben dagegen scheuen weder die Sparkassen noch die Volks- und Raiffeisenbanken die Transparenz. Das hat zwei Ursachen. Erstens lassen sich die Kosten bei einem so einfachen Produkt wie einem Sparplan - anders als bei Versicherungen - nicht verstecken. Zweitens sind alle Riester-Banksparpläne durchweg schlank und kostengünstig kalkuliert. Es gibt für die Institute daher überhaupt keinen Grund, die Vertragskosten zu vernebeln. Im Gegenteil: Die niedrige Kostenbelastung der Banksparpläne ist ein klarer Wettbewerbsvorteil - und der wird gern und deutlich herausgestellt. So können die Kunden den Verbraucherinformationen entnehmen, dass für den Abschluss des Banksparplans weder Abschluss- noch Vermittlungsprovision fällig werden. Auch Verwaltungskosten berechnet das Gros der Institute nicht. Lediglich 13 der 41 untersuchten Institute erhebt eine jährliche Kontoführungsgebühr. Die macht mit zehn bis 20 Euro pro Jahr jedoch nur einen Bruchteil der bei Versicherern üblichen Verwaltungskosten aus.