Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 9: 2011 mit CD
Der Anbieterwechsel ist günstig. Die Kosten für einen Anbieterwechsel sind bei den Banken mit durchschnittlich 50 bis 100 Euro ebenfalls moderat. Einige wenige Institute, wie die Bank für Kirche und Caritas, verzichten sogar ganz darauf. Die Mainzer Volksbank und die Sparkasse Holstein langen mit 150 Euro beim Anbieterwechsel dagegen etwas tiefer in die Taschen der Kunden.
Daran verdienen die Banken: Selbstverständlich arbeiten auch die Banken nicht zum Nulltarif. Die wahren Vertragskosten zwacken sie allerdings nicht wie die Versicherer von den Kundenbeiträgen oder den Zulagen ab. Stattdessen schreiben sie ihren Vorsorgesparern einfach weniger Zinsen gut, als sie selbst am Markt erzielen können. Um die entgangenen Zinsen zu ermitteln, auf die Riester-Sparer verzichten, hat ÖKO-TEST einen Mustervertrag gebildet. Der gibt die Wertentwicklung eines Sparplans mit Bundeswertpapieren im Rahmen eines Kontos bei der Bundesfinanzagentur wieder - und ist praktisch kostenfrei. Das Ergebnis macht die Unterschiede zwischen den beiden Sparplantypen deutlich sowie Preis-Leistungs-Unterschiede zwischen den Anbietern im jeweiligen Sparplanmodell. Grundsätzlich gilt: Bei teuren Anbietern und hohem Zinsabstand im Vergleich zum Mustervertrag fressen die Vertragskosten - genau wie bei den Versicherern - schon im Zehn-Jahres-Vergleich schnell mehr als die Hälfte der Zulagen auf. Bei lang laufenden Verträgen und anhaltender Niedrigzinsphase können sogar 80 bis 90 Prozent der Zulagen oder mehr draufgehen.