Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 9: 2011 mit CD
Eigentlich sollten alle Riester-Sparer schon aus dem Angebot klar und verständlich erkennen können, welche Leistung sie zu erwarten haben und was der Vertrag kostet. So sehen es jedenfalls die vorvertraglichen Informationspflichten vor, die der Gesetzgeber schon 2008 formulierte.
ÖKO-TEST hat deshalb in diesem Jahr nicht nur die Konditionen von Riester-Verträgen geprüft, sondern auch einen Blick in die die Angebotsunterlagen von 30 Versicherungsunternehmen geworfen. Insgesamt 144 Offerten, 80 Angebote für eine klassische Riester-Rentenversicherung und 64 Angebote für fondsgebundene Riester-Rentenversicherungen haben wir unter die Lupe genommen. Hier finden Sie die Ergebnisse für 35 jährige Männer. Die Ergebnisse für 35 und 50 jährige Frauen und 50 jährige Männer finden Sie auf der CD (in der Version dieses Ratgebers, dem eine CD beigeklebt ist), ansonsten unter www.oekotest.de
Das Testergebnis
... ist ein Skandal. Von Transparenz keine Spur. Statt klarer und eindeutiger Informationen bekommen Kunden 20 bis 60 Seiten dicke Vertragsangebote. Die auf zig Seiten verteilten Angaben sind oft unvollständig, widersprüchlich und damit irreführend, bisweilen sogar fehlerhaft.
Schon die Kostenangaben sind eine Katastrophe. Kein einziger Anbieter weist die gesamten Kosten - und damit seine Einnahmen - in Euro und Cent aus. Die Angaben sind derartig verwirrend, dass nicht einmal Fachleute eine Chance hätten, daraus die tatsächlichen, von den Versicherten zu zahlenden Kosten zu errechnen. Auch wir haben vor Angaben wie "Verwaltungskosten pro Jahr 33,84 €, in den letzten Jahren linear fallend auf 0,96 € vor Garantietermin plus 0,013 % der Summe der bereits gezahlten Eigenbeiträge plus sonstige Kosten 5,0 % je Zulage oder Zuzahlung linear fallend auf 0,15 % vor Garantietermin plus 0,013 % der Summe der gezahlten Zulagen oder Zuzahlung pro Monat" kapituliert. Zur Ermittlung der in der Tabelle ausgewiesenen Gesamtkosten haben wir einfach berechnet, wie viel Kapital der Kunde aus seinen Einzahlungen, den Zulagen und den darauf anfallenden Zinsen über die Jahre angespart hätte, wenn keine Kosten anfallen. Dieses Gesamtkapital vor Kosten haben wir dann mit jenem Betrag verglichen, der beim jeweiligen Anbieter zu Rentenbeginn auf dem Kundenkonto steht, bei Klassiktarifen nach 2,25 Prozent Garantiezins, bei Fondstarifen nach 5 Prozent Zins. Die Differenz gibt die Gesamtsumme der vom Versicherer einkalkulierten Vertragskosten an, inklusive der entgangenen Zinsen, auf die der Kunde infolge der Kosten verzichten muss.
Geld / Recht / Versicherungen
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