Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 9: 2011 mit CD
Bei veränderten Modellannahmen kommt der Vergleich jedoch schnell ins Wanken. Schon bei einem Absinken der Baugeldkonditionen auf 4,2 Prozent kippt der Trend. Teurere Bauspartarife, wie die Angebote der LBS Berlin-Hannover oder wie der Tarif BR der LBS Baden-Württemberg kommen dann nicht mehr mit. Bei Baugeldzinsen von 4,0 Prozent ist die ungeförderte Finanzierungsvariante in vielen Fällen sogar günstiger als die Kombination aus Wohn-Riester-Bausparvertrag plus Restkredit. Umgekehrt schneiden die Wohn-Riester-Bausparverträge im Modellvergleich umso besser ab, je niedriger die Habenzinsen für einen Banksparplan in der Ansparphase sind und je höher die Kreditzinsen für Baugeld später in der Finanzierungsphase klettern. Kurz: Bausparer kommen nicht umhin, sich vor Abschluss des Vertrags eine Meinung über die Zinsentwicklung zu bilden und sich zu fragen, wie viel Zinsänderungsrisiko sie tragen können und wollen. Wer mit steigenden Zinsen rechnet und gleichzeitig Zinssicherheit für die Finanzierungsphase sucht, ist mit dem Wohn-Riester-Bausparvertrag aber gut bedient.
Alle anderen können sich auch ihren eigenen Bausparvertrag basteln. Dann wird das Eigenkapital für die spätere Finanzierung mit einem Riester-Banksparplan angespart. Der bietet in den meisten Fällen höhere Sparzinsen als der Wohn-Riester-Bausparvertrag. Das hat den positiven Effekt, dass der Kreditbedarf von Anfang an niedriger ist. Und die verbleibende Finanzierungslücke wird mit einem förderoptimalen Riester-Darlehen geschlossen. Bei dieser individuellen Vertragsgestaltung lassen sich Zins- und Fördervorteile ganz für den persönlichen Bedarf optimieren. Das ist für Sparer zweifelsohne lukrativer als ein Wohn-Riester-Angebot von der Stange. Das selbst gebastelte Modell lohnt aber nur für risikobereite Sparer, die zudem damit rechnen, dass die Zinsen bis zum gewünschten Bau- oder Kauftermin nicht zu stark steigen.