Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 9: 2011 mit CD
Seit knapp vier Jahren können Bundesbürger die staatliche Riester-Förderung auch nutzen, um den Traum von den eigenen vier Wänden zu realisieren. Der Weg dahin ist zwar mit einigen bürokratischen Hürden gepflastert, wie Kritiker der sogenannten Wohn-Riester-Regelung gerne betonen. Doch davon lassen sich Häuslebauer offenbar nicht schrecken. Denn das Geschäft mit Wohn-Riester-Angeboten boomt. Bis Ende Juni 2011 hatten sich nach offiziellen Zahlen bereits rund 641.000 Sparer für diese Riester-Variante entschieden. Rund 90 Prozent davon griffen zu einem Wohn-Riester-Bausparvertrag. Die Branche selbst rechnet mit noch größerer Nachfrage. Denn bei einzelnen Bausparkassen machen die Riester-Bausparverträge schon 10 bis 20 Prozent vom Neugeschäft aus. Der Grund: Bei dieser Vertragsvariante können Vorsorgesparer die staatliche Förderung aus Zulagen und Steuervorteilen für die Spar- und Darlehensphase nutzen. Das scheint ideal für alle, die ihr Eigenheim erst in ein paar Jahren finanzieren wollen.
ÖKO-TEST hat die Wohn-Riester-Angebote daher unter die Lupe genommen. Dabei wurden die Konditionen von 28 förderfähigen Bauspartarifen von neun Bausparkassen geprüft. Alle Anbieter haben wir zudem jeweils um ein konkretes Angebot für eine vierköpfige Familie gebeten. Dabei will ein 40-jähriges Durchschnittsverdienerehepaar mit zwei Kindern einerseits für das Alter vorsorgen und andererseits in sieben Jahren bauen. Die Kassen sollten deshalb einen Vorschlag für einen Bausparvertrag unterbreiten, der in sieben Jahren in eine Finanzierung eingebaut werden kann. Für den Musterfall wurde unterstellt, dass das Ehepaar dann ein Eigenheim im Wert von 200.000 Euro erwerben will und insgesamt 150.000 Euro davon mit den Bausparverträgen sowie einem Restkredit finanzieren will. Anschließend wurde die Modellfinanzierung der Bausparkassen einer ungeförderten Spar- und Finanzierungsvariante gegenübergestellt.