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ÖKO-TEST August 2011
TestNaturkosmetik, Pseudo
Kein grünes Licht
Naturkosmetik, Pseudo



Kosmetik wird immer grüner", sagt Elfriede Dambacher vom Beratungsunternehmen Naturkosmetik Konzepte. Denn der Verbraucher habe heute ein höheres Bedürfnis nach Gesundheit und Nachhaltigkeit. Zwar beträgt der Marktanteil von Naturkosmetik insgesamt nur rund sechs Prozent. Der Umsatz stieg in den vergangenen Jahren jedoch kräftig an. Und davon wollen die Hersteller, die bislang nur konventionelle Kosmetik angeboten haben, profitieren. "Die Hersteller testen dabei aus, wie viel Greenwashing über Positionierung und Werbung möglich ist", so Dambacher.

Auch die Parfümerien reagieren auf den "grünen" Trend. Douglas bietet etwa in seinem Onlineshop Marken wie Origins oder Kiehl’s unter dem Schlagwort "Pflanzenkosmetik" an. Der Begriff "Natural" prangt mittlerweile auf vielen Cremes und Co., dekoriert mit knackigem Obst, frischen Kräutern oder knalligen Blüten. "Doch der Konsument ist aufgrund der Faktenlage - etwa der Liste der Inhaltsstoffe - nicht in der Lage, zu überprüfen, wie natürlich ein kosmetisches Produkt tatsächlich ist. Hier geben Naturkosmetiksiegel eine wichtige Orientierung", erklärt Dambacher.

Selbst Experten der amtlichen Kontrolle stecken in einem Dilemma, wenn es darum geht, Irreführung in puncto Natürlichkeit bei Kosmetika zu kontrollieren. Es gibt zwar rechtliche Vorschriften zum Schutz vor Täuschung bei Kosmetika. Da im Gesetz aber "Natur" oder "natürlich" nicht definiert wurde, sind die Vorschriften für die Untersuchungsbehörden praktisch nicht umsetzbar. Zudem sei die Verbrauchererwartung unklar und schwierig zu ermitteln, teilte uns das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt mit.

Verschaukelt die Industrie hier den Verbraucher? Wir fragten beim Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) nach, was von der Grünfärberei bei Kosmetik gehalten wird. Für die Überwachung von Kosmetika seien die amtlichen Behörden zuständig, erklärte dazu Birgit Huber vom IKW. Eine Überprüfung, ob sich die Verbandsmitglieder an eine freiwillige Vereinbarung aus den Jahren 1992/93 halten, erfolge nicht. Diese Vereinbarung legt fest, dass Naturkosmetik ausschließlich aus pflanzlichen, tierischen und mineralischen Naturstoffen hergestellt ist und nur bestimmte Konservierungsstoffe enthält. Diese "Ur-"Definition von Naturkosmetik diente im Übrigen als Grundlage für anerkannte Naturkosmetikstandards wie BDIH oder Natrue, so Huber.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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