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ÖKO-TEST Juli 2011
TestLippenpflegestifte, UV-Schutz
Lasst euch anstiften
Lippenpflegestifte, UV-Schutz



Lippen sind ebenso sinnlich wie sensibel. Die Hornschicht ist so dünn, dass die darunter liegenden gut durchbluteten Hautpartien durchscheinen und die Lippen rot erscheinen lassen. Talg- und Schweißdrüsen fehlen ebenso wie Melanozyten. Diese speziellen Zellen produzieren den Farbstoff Melanin, der die Bräune der Haut verursacht.

Mit dieser, von vielen blassen Mitteleuropäern gewünschten Bräune versucht sich die Haut vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen. Doch die Lippen, die wie Stirn, Nase und Ohren zu den Sonnenterrassen zählen, verfügen nicht über diese Möglichkeit. Auch der zweite Schutzmechanismus entfällt: Auf den Lippen bilden sich praktisch keine schützenden Lichtschwielen, das heißt, die äußerste Hautschicht verdickt sich nicht unter dem einfallenden Sonnenlicht.

Langfristig drohen den Lippen also Schäden durch zu viel Sonne. Im englischen Sprachraum haben sich dafür die Begriffe farmer’s lips und sailor’s lips eingebürgert. Durch eine dauerhafte intensive UV-Strahlung vermehren sich Hautzellen vom Typ der Keratinozyten, und es kommt zu einer verstärkten Verhornung. Das kann punktuell geschehen, die betroffenen Hautpartien sind dann rau, schuppig und erhaben. Der Laie nennt es Sonnenwarzen, der Mediziner spricht von einer aktinischen oder solaren Keratose. Die Lippen sind insgesamt sehr trocken und reißen leicht ein.

Das Problem: Die Keratosen entstehen nicht von heute auf morgen, sondern entwickeln sich langsam über Jahre. Sie stellen aber eine Vorstufe des Hautkrebses dar. Tatsächlich entarten sechs bis zehn Prozent dieser Keratosen zu einem Stachelzellkrebs, auch Spinaliom genannt. Spätestens wenn sich die Lippe immer wieder schält, ist es höchste Zeit, einen Hautarzt aufzusuchen.

"Unterlippenkarzinome treten häufiger bei Männern auf, was auf die höhere Exposition bei Outdooraktivitäten vor allem im Beruf zurückgeführt wird", erklärt Professor Eckhard Breitbart vom Dermatologischen Zentrum Buxtehude. Ob Frauen deshalb seltener betroffen sind, weil eine Verbindung zur Nutzung von Lippenstiften vorliegt, sei nicht bekannt. Eine starke Korrelation besteht aber auch zum Rauchen.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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