Ratgeber Bauen, Wohnen, Renovieren 13:2011 mit CD
Parkett passt nicht ins Budget, Laminat ist zu ungemütlich. Ein schallschluckender Boden wäre gut - etwas Dämpfendes, Warmes. Das Verlegen soll kein wochenfüllendes Programm werden, und außerdem: Wer weiß, wie lange man noch in der Mietwohnung wohnt? Große Investionen verkneift man sich da lieber.
Viele Gründe sprechen für einen Teppichboden aus Kunststofffasern. Die Modelle sind mit teilweise weniger als zehn Euro pro Quadratmeter unschlagbar günstig und dennoch mit einer Beanspruchungsklasse gekennzeichnet, die viel erwarten lässt. Knapp 90 Millionen Quadratmeter sogenannter Tuftingteppiche werden Jahr für Jahr in Deutschland verlegt. Auch wenn das Laminat in den vergangenen dreißig Jahren stark aufgeholt hat und mittlerweile knapp 80 Millionen Quadratmeter jährlich verkauft werden: Der klassische Velours- und Schlingenboden hat noch immer die Nase vorn.
Zu Naturfaserteppichböden aus Ziegenhaar oder Wolle greift der Verbraucher nur selten. Das Stück Natur zu Hause macht zwar optisch was her, sorgt für ein schönes Raumklima, dämmt Schall besonders gut, das natürliche Wollfett wirkt schmutzabweisend. Aber Naturfaserteppiche kosten eine ganze Stange mehr als die synthetische Konkurrenz.
Wir wollten wissen, wie es um die Schadstoffbelastung von Synthetikteppichböden steht und ob sie wirklich so strapazierbar und komfortabel sind, wie die Hersteller es versprechen. Im Test: 14 Veloursteppichböden in Naturtönen, darunter Produkte aus dem Fachhandel und aus Baumärkten; das Preisspektrum bewegte sich zwischen 8,99 Euro und 55,40 Euro für den Quadratmeter.
Das Testergebnis
Die Schadstoffbelastung der Böden hielt sich in Grenzen. Es sind vor allem die Bleigehalte sowie die mögliche elektrostatische Oberflächenspannung, die zur Abwertung führen. Bei den Praxisprüfungen zeigte sich, dass die Hälfte der Anbieter zu hoch stapelt, was die Strapazierfähigkeit oder Luxusqualität ihrer Böden angeht.