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ÖKO-TEST Mai 2011
TestBlumen
Wem jetzt was blüht
Blumen


Zu noch übleren, "hochgiftigen oder krebserregenden Pestiziden" heißt es bei FFP lediglich, sie "sollten" nicht verwendet werden. Die wenigen, die bei den beiden anderen Labeln tatsächlich auf dem Index stehen, werden trotzdem eingesetzt, wie unser Test zeigt. Da kann man nur hoffen, dass es um den Arbeitsschutz auf den Blumenfarmen, der ein weiteres Vergabekriterium für die Label ist, besser steht. Der Fairness halber wollen wir hinzufügen, dass es in diesem Bereich nach allem, was wir darüber gelesen haben, aber nicht überprüfen können, zumindest auf den zertifizierten Farmen tatsächlich besser aussieht.

Zwölf der 22 Sträuße im Test sind nach einem MPS-Standard zertifiziert. Die Abkürzung steht für Milieu Programma Sierteelt, auf Deutsch Umweltprogramm Zierpflanzen. Es wurde von der niederländischen Blumenindustrie initiiert, aber die Nähe zur Industrie ist nicht der Grund, warum wir MPS als klassisches Greenwashing einstufen. Edeka beispielsweise glaubt, MPS nutze für seine Zertifizierung die Liste des Pestizid-Aktion-Netzwerks PAN. Diese unabhängige Organisation bewertet fast alle 56 von uns in diesem Test nachgewiesenen Pestizide als "hoch gefährlich", Greenpeace kommt zu einer ganz ähnlichen Einschätzung. Trotzdem darf der gesamte Giftkram für MPS-Blumen verwendet werden - und kommt auch tatsächlich zum Einsatz. Verboten ist bei MPS eher, was ohnehin nicht mehr eingesetzt wird. Trotzdem kann man argumentieren, selbst ein schlechtes Kontrollprogramm sei besser als gar keines. MPS selbst erklärt dazu: "Das System ist so eingerichtet, dass es dazu anregt, möglichst wenig schädliche Mittel einzusetzen." Zudem sei die "Komplexität gut mit der Dopingdiskussion beim Sport zu vergleichen". Interessant.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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