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ÖKO-TEST Mai 2011
TestAllzweckcremes
Das ging in die Dose
Allzweckcremes



Nivea, die Crème de la Crème, wird 100. Dr. Oscar Troplowitz, der die Firma Beiersdorf 1890 von Paul C. Beiersdorf gekauft hatte, brachte die Creme auf den Markt. Möglich wurde das durch einen wenige Jahre zuvor entdeckten Emulgator, gewonnen aus Wollwachs, der es erstmals möglich machte, Fett und Wasser zu einer stabilen Emulsion zu vereinigen: Eucerit - das schöne Wachs - wurde er von seinem Entdecker, dem Chemiker Dr. Isaac Lifschütz, genannt. 1911 kaufte Troplowitz die Patente samt der Fabrikation und entwickelte zusammen mit Lifschütz eine stabile Fett- und Feuchtigkeitscreme. Zuvor wurden Cremes meist auf Basis von tierischen Fetten hergestellt, die sich schnell zersetzten und ranzig wurden.

1914 war Nivea bereits in 34 Ländern vertreten. Die 20er-Jahre des 20. Jahrhunderts waren eine Zeit des Umbruchs und Nivea verkaufte sich nicht mehr so gut. Die Menschen waren lebenshungrig. Jugend, Sport und Freizeit wurden großgeschrieben, frische, sonnengebräunte Haut war jetzt das Ideal - nicht mehr die vornehme Blässe. Beiersdorf reagierte und änderte 1925 den Markenauftritt komplett: Die blaue Dose mit dem weißen Schriftzug in großen Druckbuchstaben sollte für Frische und Klarheit stehen, in zeitlosem Design im Geiste des Dessauer Bauhauses. Auch das Werbekonzept wurde geändert: Nivea für die ganze Familie, auch für Kinder und Säuglinge. Drei kecke Knaben - die "Nivea-Jungens" - warben damals in weißen Hemden für die Marke. Mit Erfolg. Blau-Weiß wurde zum Wiedererkennungssymbol, zur Marke schlechthin.

Heute wird die Nivea Creme fast 150 Millionen Mal pro Jahr verkauft. Echte Konkurrenz bekam sie erst 1969/1970, als Henkel die Werbetrommel für eine neue Allzweckcreme rührte. In der Modefarbe Orange wirkte sie frischer, freier, fröhlicher und jünger: Creme 21 wurde zur Kultmarke jener Zeit. 21 steht für die damalige Volljährigkeit. "Hält die Haut jung", verkündete die Werbung und setzte erstmals auf nackte Haut. Doch in den 80er-Jahren verlor die Marke an Bedeutung und wurde von Henkel zumindest hierzulande nicht mehr angeboten. Bis die studierte Marketingfachfrau Antje Willems-Stickel, die lange Jahre im Verlagswesen und in der Geschäftsführung des Deutschen Fachverlags tätig war, im Jahre 2003 die Markenrechte an Creme 21 kaufte und das Produkt ihrer Jugendzeit aus dem Dornröschenschlaf erweckte. Heute schlägt sich die Creme 21 ganz wacker am heiß umkämpften Markt.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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