Testberichte aus dem Archiv

Pommes frites, Backofen
Bitte wenden!

Kaum ein anderes Nahrungsmittel ruft so einhellige Begeisterung hervor wie Pommes - nicht nur bei Kindern. Zum Glück können wir knapp die Hälfte der untersuchten Kartoffelstäbchen weitgehend empfehlen. Vier Marken sollten jedoch dringend verbessert werden.
Pommes schmecken suuuper!" Der neunjährige Nico weiß genau, was er mag und was nicht. Brokkoli, Möhren oder Pellkartoffeln gehören jedenfalls nicht dazu. Sehr zum Leidwesen seiner Eltern. Diese mühen sich seit Jahr und Tag, etwas Vernünftiges in ihren Sohn hineinzubekommen. Doch die Erfolge sind mäßig und meist mit knallharten Kompromissen erkauft. "Drei Gabeln Tomatensalat für die Bundesliga im Sky-TV" ist so ein Ergebnis zähen Ringens. Besser klappt es da mit dem größeren Sohn, dem elfjährigen Jonas. Der isst die knusprigen Kartoffelstäbchen zwar auch für sein Leben gern, aber er mag eben auch das meiste Grünzeug.
Doch was tun, wenn Kinder am liebsten vermeintlich Ungesundes essen? "Aus meiner Erfahrung sehen Eltern die Ernährung ihrer Kinder häufig viel zu schwarz", meint Ernährungswissenschaftlerin Stephanie Wetzel, die in Berlin Unternehmen, Kindertagesstätten und Schulen in Sachen Ernährung berät. "Kinder essen nie "nur" ungesund." So esse das eine Kind zumindest Obst, ein anderes immerhin Kartoffeln. Ganz wichtig sei, die Kinder in dem, was ihnen schmeckt und was nicht, ernst zu nehmen. "Jeder soll sein Lieblingsessen bekommen dürfen. So könnte es für Nico zum Beispiel immer freitags Pommes geben, während an anderen Tagen andere Familienmitglieder dran sind." Gute Erfahrungen hat Wetzel damit gemacht, für das Essen klare Regeln einzuführen, diese aber "locker" zu vermitteln. Dabei helfe es, die Kinder in die Planung, den Einkauf oder das Kochen einzubeziehen. "Dann probieren sie viel eher auch mal Gemüse."
Fest steht, dass Pommes reichlich Fett und Kalorien enthalten. Konkret schlägt eine 150-Gramm-Portion im Backofen zubereiteter Fritten bei fünf Prozent Fett mit rund 300 Kalorien zu Buche, während die gleiche Portion aus der Fritteuse rund 15 Prozent Fett und 480 Kalorien liefert.
Doch auch Schadstoffe können ein Thema sein. Bekannt ist das Krebsgift Acrylamid, das immer dann entsteht, wenn Pommes, Toastbrot oder Kekse zu dunkel gebacken werden. Ein anderes Problem können die Fettschadstoffe 3-MCPD-Ester sein. Sie bilden sich während der industriellen Reinigung von Ölen, der sogenannten Raffination. Wie man die Schadstoffbildung drosseln kann, wird derzeit intensiv erforscht. Doch eine Lösung, die sich im industriellen Maßstab umsetzen ließe, ist noch nicht in Sicht. Klar ist immerhin, dass der Hauptverdächtige Palmöl heißt. So bleibt derzeit nur, Palmöl gegen andere, unproblematischere Öle auszutauschen - was viele Unternehmen auch tun, nicht zuletzt deshalb, weil ÖKO-TEST die Belastung mit den Fettschadstoffen immer wieder kritisiert.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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