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ÖKO-TEST April 2011
TestHolzwerkstoffplatten
Nichts für Sensible
Holzwerkstoffplatten



Die Inhaltsstoffe

Gemeinsam ist diesen Platten, dass sie aus Holzfasern oder -spänen bestehen, die unter Hitze und Druck mit einem Klebstoff zusammengepresst werden. Dazu verwenden die Hersteller je nach Art unterschiedliche Bindemittel. Formaldehyd aus dem Kleber und andere flüchtige organische Verbindungen (VOC), die aus Holz und Bindemittel ausgasen, sind die Hauptprobleme dieser Produktgruppe. Bei Spanplatten wird beispielsweise Harnstoff-Formaldehydharz eingesetzt, das den bedenklichen Stoff später langsam und über einen langen Zeitraum an die Luft abgibt.Eingeatmetes Formaldehyd wurde vom Krebsforschungszentrum der Weltgesundheitsorganisation WHO 2004 als krebserzeugend für den Menschen eingestuft. Flüchtige organische Verbindungen können - wie auch Formaldehyd - Haut, Augen und Schleimhäute reizen. Bei Holzwerkstoffplatten handelt es sich meist um geruchsintensive Aldehyde und Terpene. Letztere sind insbesondere bei frischen Nadelhölzern - vor allem der Kiefer - im Harz enthalten. Aldehyde werden zum größten Teil erst durch thermische und andere Reaktionen bei der Produktion gebildet und freigesetzt. Die Hersteller können das Produkt durch die Auswahl der Hölzer, durch Lagerung, Trocknung und andere Produktionsparameter beeinflussen. Wir wollten natürlich wissen, ob die Hersteller solche Faktoren beachten und ließen die Platten auf ausgasende Stoffe untersuchen. Holzwerkstoffplatten müssen in Bezug auf Formaldehyd bestimmte gesetzliche Bestimmungen erfüllen. Wir gehen davon aus, dass sie eingehalten werden. Doch die Situation im Haus ist eine ganz andere, weshalb wir anders getestet und bewertet haben: In der Praxis werden zum Teil größere Flächen - Decken, Wände und Böden - mit Werkstoffen bekleidet und auch für den Möbelbau braucht man zahlreiche Platten. Außerdem wird weniger gelüftet, als es bei der genormten Prüfung der Fall ist. ÖKO-TEST hat die ausgasenden Mengen an Formaldehyd und VOC in einer Emissionsprüfzelle messen lassen - ohne Berücksichtigung der Kanten - und dann auf einen Standardraum von 30 Kubikmeter Volumen umgerechnet, in dem sich zwölf beziehungsweise 60 Quadratmeter Oberflächen von Holzwerkstoffplatten befinden. Auch die höhere Beladung wird in Holzhäusern, Dachausbauten oder mit größeren Schränken durchaus erreicht. In unserem Test wird nur die Hälfte der Luft pro Stunde erneuert, in Neubauten ist das meist noch weniger.

Die Bewertung

Für die Bewertung legen wir die Luftbelastungen des Beispielraums zugrunde, der stark mit Holzwerkstoffplatten beladen ist. Wenn für Formaldehyd der Richtwert für die Innenraumluft des Umweltbundesamtes (UBA) und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) - von den Behörden als sichere Konzentration "safe level" bezeichnet - überschritten wird, bewerten wir das als "stark erhöht", die Hälfte der Konzentration als "erhöht". Bei beschichteten Spanplatten kann das enthaltene Formaldehyd, das nicht über die Fläche freigesetzt wird, teilweise noch über die Kanten entweichen, deshalb kritisieren wir auch hier bestimmte Gehalte. Für die flüchtigen organischen Verbindungen orientieren wir uns an Werten des Umweltbundesamtes, die als langfristiges Mittel erreicht werden sollten. Wir werten zudem zu hohe Konzentrationen an Aldehyden oder Delta-3-Caren ab, auch wenn diese Verbindungen zum Teil aus dem natürlichen Holz kommen.




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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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