Testberichte aus dem Archiv
Ratgeber Gesundheit 11:2011 mit CD

Rheuma-/Sportlersalben
Rheuma- / Sportlersalben

Wer sich als Sportler etwas Gutes tun will, der nimmt sich vor dem Training Zeit zum Aufwärmen und Dehnen der Muskeln. Lockerungsübungen oder ein fünf- bis zehnminütiges Warming-up, anschließend vorsichtige Dehnübungen, bei denen die Dehnung lange gehalten wird: So vorbereitet, sinkt das Risiko, sich beim Sport zu verletzen.
Doch wer springt, läuft oder um den Ball kämpft, der kann sich natürlich immer eine Prellung, eine Verstauchung, einen Bluterguss oder eine Sehnenzerrung einhandeln. Im Falle eines Falles greift man dann gerne einmal zu Sportlersalben oder -gelen. Etliche wirken kühlend. Viele Produkte werden aber gleichzeitig zur Anwendung bei Rheuma empfohlen und enthalten wärmende Substanzen. Diese können später helfen, den Stoffwechsel und damit die Heilung zu beschleunigen.
ÖKO-TEST hat 25 Salben, Gele und Lösungen in Laboren untersuchen und begutachten lassen.
Das Testergebnis
Nur zwei Produkte bekommen die Bestnote "sehr gut". Dahinter folgt ein breites Mittelfeld mit "befriedigenden" Präparaten, sechs Arzneimittel landen am Ende im roten Bereich.
Als geeignete Wirkstoffe mit einer belegten Wirksamkeit gelten die "nicht steroidalen Antirheumatika" (NSAR). Nicht steroidal heißen sie, um sie von kortisonhaltigen Mitteln zu unterscheiden. Zu den NSAR gehören Salicylsäurederivate, Felbinac, Ketoprofen, Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin, Etofenamat und Piroxicam. NSAR wirken nachgewiesenermaßen entzündungshemmend und schmerzlindernd. Als pflanzliches Mittel mit einem Beinwellwurzelextrakt stufen wir auch die Wirksamkeit der Kytta-Salbe f als belegt ein.
Bemängelt werden die halogenorganischen NSAR Diclofenac und Indometacin: Es gibt gleichwertige Wirkstoffe ohne Halogene. Piroxicam kann bei oraler Einnahme Magen-Darm- und Hautschäden verursachen. Auch bei großflächiger Anwendung auf der Haut über einen längeren Zeitraum sind derartige Nebenwirkungen möglich. Ebenfalls kritisieren wir Salicylsäure: Sie löst die Hautkomponente Keratin auf. Das ist bei Sportverletzungen nicht sinnvoll.
Mehrere Produkte enthalten den Wirkstoff des Cayennepfeffers, Capsaicin oder eine Abwandlung davon, nämlich Nonivamid. Beide erweitern die Blutgefäße und wirken schmerzlindernd. Da es hierzu jedoch hauptsächlich Studien zu Rheuma gibt, gilt die Wirksamkeit bei sportbedingten Verletzungen und Verspannungen als nur teilweise belegt.
Durchblutungsfördernd wirkt auch Propylnicotinat in der Elacur Hot, 2%, Creme. Für das Anwendungsgebiet "degenerative Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises" haben wir jedoch keine Wirksamkeitsbelege gefunden, weshalb wir hier um vier Noten abwerten. Mehr als ein kühlender Effekt beim Auftragen ist auch nicht von den Arzneimitteln zu erwarten, die auf ätherischen Ölen basieren (Rheuma- und Schmerzsalbe Winthrop, Klosterfrau Mobilind Franzbranntwein Menthol, Lösung). Auch das führt zur Abwertung um vier Noten.
Die Kombination von Wirkstoffen ist häufig überflüssig und erhöht die Gefahr von Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen mit anderen Mitteln. Ein therapeutischer Vorteil ist außerdem nicht belegt. Ein guter Wirkstoff reicht in der Regel aus. Das schmerzstillende Diethylaminsalicylat mit dem für Venenbeschwerden geeigneten Aescin zu kombinieren (Reparil-Gel N), ist nicht sinnvoll.
Zu den umstrittenen Hilfsstoffen gehören die PEG/PEG-Derivate, das Terpen Delta-3-Caren sowie das aggressive Tensid Natriumlaurylsulfat, das Haut und Schleimhäute reizen kann. Delta-3-Caren gilt als starkes Allergen. PEG/PEG-Derivate können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.
Für Duftstoffallergiker kann der Duftstoff Hydroxycitronellal problematisch sein, der in der Kytta Salbe f enthalten ist.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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