Testberichte aus dem Archiv

Kinderschuhe, Krabbel- und Lauflernschuhe
Was für eine Schlappe!

Falsche Größenangaben, schwach haftende Sohlen und jede Menge Schadstoffe: Die Ergebnisse unseres Tests sind ein weiteres Argument, Kinder so oft wie möglich barfuß laufen zu lassen. Doch immerhin ein Krabbelschuh ist "gut".
Es gibt nur drei Dinge, die wichtig sind beim Laufenlernen: erstens: barfuß laufen, zweitens: barfuß laufen und drittens: barfuß laufen", fasst Kinderarzt und ÖKO-TEST-Berater Dr. Falko Panzer zusammen. Barfuß laufend lernen Kinder, richtig abzurollen, und die Muskulatur der Füße entwickelt sich so, dass sie den Menschen aufrecht durchs Leben tragen können. Dieser Prozess ist dem Kind einprogrammiert und läuft ganz von alleine ab. "Der Terminus ,Lauflernschuh' ist deshalb aus wissenschaftlicher Sicht ein Widerspruch in sich", meint Professor Markus Maier, Dozent für Orthopädie an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Sogar Söckchen solle man, wann immer möglich, weglassen, weil das Ertasten der Umwelt über die Haut unter anderem für die Entwicklung der Feinmotorik von immenser Bedeutung ist.
Weil sich das Leben aber nicht nur an sommerlichen Sandstränden und über Fußbodenheizungen abspielt, sondern auch auf Bürgersteigen und Spielplätzen mit spitzen Steinen und Glasscherben, braucht das Kind für draußen Schühchen mit schützenden Sohlen. Lange glaubte man, die noch recht wackelig tapsenden Kleinen beim Laufenlernen mit extra festen, stark stützenden Stiefeln ausrüsten zu müssen. Heute fordern Orthopäden für Schuhwerk in kleinen Größen möglichst flexible Laufsohlen. Solche Modelle, welche die Füße beim Abrollen nicht behindern, meinen die Hersteller inzwischen meistens, wenn sie von Lauflernschuhen sprechen.
Wenn es in der Wohnung für nackte Füße zu kalt ist, sind Krabbelschuhe mit weicher Wildledersohle eine Möglichkeit. Für diese Schlappen gibt es unterschiedliche Namen: Manche nennen sie Lederstrümpfe oder ebenfalls Lauflernschuhe. Gegenüber einfachen Söckchen und Stoppersocken haben Krabbelschuhe den Vorteil, dass sie eher am Fuß bleiben, anstatt alle naselang ausgezogen zu werden. In den vergangenen zehn Jahren haben in Deutschland vielfach junge Mütter angefangen, selbst solche Krabbelschuhe für ihre Kinder zu nähen. Die Modelle aus pflanzlich beziehungsweise chromfrei gegerbtem Leder fanden dann immer mehr Abnehmer und es entstanden Firmen wie Anna und Paul oder Pololo.
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Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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