Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011

Chicken Nuggets
Da lachen ja die Hühner

Chicken Nuggets begeistern die Kleinen nicht nur bei McDonald’s, sondern auch zu Hause. Unser Test zeigt: Das eigentlich fettarme Hähnchenfleisch wird durch eine dicke Panade zur Fett- und Kalorienbombe. Viele Produkte sind mit Aromen aufgepeppt, in einer Probe wurden Spuren von Gen-Soja gefunden.
Viele Hersteller werben damit, nur das Beste vom Hähnchen zu verwenden: Brustfleisch. Selbst für Kenner ist das aber in vielen Fällen am gebratenen, aufgeschnittenen Geflügelhappen kaum mehr zu erkennen. Unter dicker Panade kommt eine Masse zum Vorschein, die häufig mehr an Brühwurst erinnert, als an gewachsenes Muskelfleisch. Gerade Kinder lieben jedoch diese feine Konsistenz.
Wir haben elf Chicken Nuggets aus der Tiefkühltruhe auf möglichen Keimbefall und Schadstoffe wie Tierarzneimittel untersuchen lassen. Die von uns beauftragten Labore checkten auch den Geschmack und die Konsistenz der Happen.
Das Testergebnis
Chicken Nuggets sind Fertiggerichte, die häufig stark gewürzt und aromatisiert sind. Kein Wunder, dass es keine Bestnoten gibt. Immerhin knapp die Hälfte der Marken - darunter auch das Bio-Produkt - bekommen unsere zweitbeste Note "gut". Der Rest geht wegen mehrerer Mängel nur mit "befriedigend" oder "ausreichend" aus der Prüfung.
In den Vossko Hähnchen Nuggets fand das von uns beauftragte Labor Spuren von gentechnisch verändertem Roundup Ready Soja, obwohl Soja in der Zutatenliste gar nicht auftaucht. Die Firma erklärt das mit dem weitverbreiteten Anbau von Roundup Ready Soja in Nord- und Südamerika. Es sei kaum zu vermeiden, dass auch bei Ernte, Transport und Lagerung anderer Erzeugnisse Spuren von gentechnisch verändertem Soja in diese Erzeugnisse gelangen. Plausibel zwar, doch keine Entschuldigung. Denn um die Wahlfreiheit der Verbraucher zu erhalten, ist die Lebensmittelwirtschaft gefragt, engmaschige Kontrollen und geeignete Systeme aufzubauen, um solche Kontaminationen zu vermeiden.
Der (billige) Panadenanteil der Produkte im unzubereiteten Zustand variiert zwischen 20 und 43 Prozent. Es gibt zwar keine definierten Richtlinien, wie viel Panade sein darf, doch weil die Hälfte der Anbieter auch mit wenig auskommt, bekommen alle Chicken Nuggets mit mehr als 30 Prozent Hülle eine Note Abzug.
Fleisch und Gewürze sind an sich schon aromatisch. Um ein standardisiertes, lange haltbares Produkt zu gewährleisten, geben viele Anbieter Aroma zu. Auch "Würze" ist eine beliebte Zutat. Dahinter verbirgt sich aufgespaltenes Pflanzeneiweiß, das in der Regel geschmacksverstärkendes Glutamat enthält. Beide Zugaben werten wir ab. Denn der Geschmack sollte aus den guten Zutaten kommen.
Geschmacksprofis beurteilten die Nuggets sowohl gefroren als auch in der Pfanne zubereitet, probierten die gebratenen Happen und gaben ihr Urteil über Geschmack, Geruch und Konsistenz ab. Nur Bofrost Chicken Chips und Iglo 12 Chicken Nuggets bekamen die Bestnote, für alle anderen gab es Abzüge. Teilweise war die Zerlegung des Fleisches wohl nicht optimal oder man fand kleine, unzerkaubare Teile, die in Nuggets nichts zu suchen haben. In einigen Produkten war den Testern das Fleisch zu weich und wässrig oder schwammig.
Die Deklaration und Zusammensetzung vom Salomon Bio Chik’n Nuggets passen nicht zusammen. Vorne auf der Verpackung sieht der Kunde ein Stück Nugget mit deutlich gefasertem Fleisch, erfährt dann hinten aber, dass dieses Produkt aus Hähnchenfleisch zusammengefügt, also ein Formfleischprodukt ist. Auch bei Iglo 12 Chicken Nuggets und Real Quality Geflügelstäbchen fehlt auf der Vorderseite der Hinweis auf fein zerkleinertes Fleisch, was dann hinten in der Zutatenliste auftaucht.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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