Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011

Apfelsaft
Nicht weit vom Stamm

Kinder lieben Apfelsaft - pur oder als Schorle. So kann es bleiben, denn die meisten der 25 Produkte im Test heimsten "sehr gute" und "gute" Noten ein. Besonders zu empfehlen ist naturtrüber Apfelsaft aus Streuobst- und Bio-Anbau.
Regionalität boomt. Gerade Apfelsäfte aus kleinen Keltereien beweisen, dass es bei Säften sehr regional zugehen kann, besonders wenn sie aus Streuobst hergestellt sind. Denn der Begriff Streuobst hat sich mittlerweile zu einem Qualitätsmerkmal gemausert. Dieses steht nicht nur für Regionalität, sondern auch für Naturschutz, kurze Transportwege und Förderung der heimischen Infrastruktur.
Wir haben 25 regional und überregional gehandelte, naturtrübe Apfeldirektsäfte eingekauft und auf Pestizide, Aluminium und das Schimmelpilzgift Patulin überprüfen lassen. Zusätzlich interessierte uns der Geschmack der Säfte.
Das Testergebnis
Insgesamt haben wir siebenmal ein "sehr gut", dreizehnmal ein "gut" und fünfmal ein "befriedigend" vergeben.
Schadstoffe waren in den untersuchten Apfelsäften so gut wie kein Thema. Lediglich in dem Grünspecht Apfelsaft wies das Labor einen leicht erhöhten Gehalt an Aluminium nach, der durch eine Lagerung im Aluminiumtank entstanden sein könnte. Der Gehalt ist für Erwachsene zwar unproblematisch - selbst wenn sie sehr große Mengen konsumieren. Das gilt aber nicht für Kinder, die sehr viel Saft trinken. Aluminium ist akut wenig giftig, kann dauerhaft aufgenommen aber zu Störungen der Fortpflanzung und des sich entwickelnden Nervensystems führen.
Im Perger Apfel-Saft, Streuobst fanden die beauftragten Labore einen erhöhten Patulingehalt. Das Schimmelpilzgift kann Leber und Nieren schädigen und gilt als erbgutverändernd und möglicherweise krebserregend. Der Saft von Perger hält den Grenzwert zwar ein. Kinder können mit einem 250-ml-Glas jedoch schon mehr als die Hälfte der vorläufigen, maximal tolerierbaren Tagesmenge aufnehmen, wie sie von der WHO vorgeschlagen wird.
In vier konventionellen Apfelsäften wurden geringe Spuren eines im Obstanbau erlaubten Insektenvernichtungsmittels gefunden. Da der Anbieter des Schneewittchen Apfelsaftes aber auf der Flasche ausdrücklich betont, nur "rückstandsfreie" Äpfel zu verarbeiten, ziehen wir für diese allzu vollmundige Aussage unter den Weiteren Mängeln einen Punkt ab.
Der Schneewittchen Apfelsaft enthält zudem vergleichsweise hohe Werte der Verderbnisparameter Ethanol, flüchtige Säure und Milchsäure und bekommt dafür einen Punkt Abzug.
Bei der Verkostung zeigte sich, dass mehrere Säfte einen Fehlgeschmack aufwiesen, während sich andere sehr sauer präsentierten. Wieder andere erfüllten zwar die grundlegenden Kriterien, waren aber auch nicht so überragend, dass sie die Höchstpunktzahl verdient hätten. Die besten Säfte im Test - der Albi Direktsaft Apfel Naturtrüb und der Naturtrübe Apfelsaft von Streuobstwiesen der Obstkelterei van Nahmen - glänzten mit immerhin 17 von 20 möglichen Punkten.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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