Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2011

Schlankheitsmittel
Ran an den Speck

Ein paar Kilo weniger - das fänden viele schön. Leider helfen die von uns untersuchten Schlankheitsmittel nicht wirklich dabei.
Bei den vielen Übergewichtigen verwundert es nicht, dass die Industrie versucht, an ihnen Geld zu verdienen. Zum Abnehmen angeboten werden unter anderem Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel. Die Präparate sollen entweder sättigen, die Fettverbrennung beschleunigen, aufgenommene Nahrungsfette binden oder allgemein den Appetit zügeln.
Aus diesem kaum zu überschauenden Markt hat ÖKO-TEST 28 Produkte ausgewählt und begutachten lassen.
Das Testergebnis
Die Pille, die die Pfunde dahinschmelzen lässt, ist bis heute nicht erfunden. Wer eine kalorienreduzierte Diät durchhält, die Ernährung dauerhaft umstellt und sich dabei mehr bewegt, kann das Geld für die getesteten Produkte sparen. Die von den Anbietern zugeschickten Studien brachten allzu oft nur kurzfristige Effekte ans Tageslicht.
Das einzige Arzneimittel im Test, die Alli, 60 mg Hartkapseln, erreicht immerhin ein "befriedigendes" Gesamturteil. Der Wirkstoff Orlistat hemmt die Spaltung der Fette im Dünndarm, sodass der Körper weniger Fett und Kalorien aufnimmt. Im Vergleich zu einer Diät allein kann man so bis zu 50 Prozent mehr Gewicht verlieren, was wissenschaftlich belegt ist. Ein Erfolg ist jedoch nur im Rahmen einer Diät zu erwarten und wenn gleichzeitig der Lebensstil nachhaltig geändert wird.
Ein Mahlzeitenersatz (Modifast Programm Geschmack Schoko, Drinkbeutel, Slim-Fast Milchshake-Pulver Schokolade Geschmack) kann den Einstieg ins Abnehmen zwar erleichtern. Allerdings ist dieses Vorgehen sehr monoton. Da es zudem keinerlei Lerneffekt im Hinblick auf eine gesunde Ernährung gibt, werten wir das Prinzip Mahlzeitenersatz um zwei Noten ab.
Wissenschaftlich haltbar ist das Wirkprinzip der Sättigung erzeugenden Produkte. Die CM3 Alginat, Kapseln und die Recatol Algin M Lemon, Kautabletten quellen im Magen zu voluminösen Schwämmchen auf, wodurch sie einen vollen Magen und somit Sättigung vortäuschen. Immerhin liegen zu den CM3 Alginat, Kapseln kleine Probandenstudien mit positivem Effekt vor. Außerdem betont der Anbieter im Beipackzettel ausdrücklich die Bedeutung eines veränderten Lebensstils - weniger Essen und mehr Bewegung - sowie die lediglich unterstützende Wirkung der Präparate. Zu anderen Quellstoffen, seien es Fruchtfasern, Kollagen, Weizenkleie, Konjacextrakt oder chemisch veränderte Cellulosen, fehlen allerdings Ergebnisse zu den langfristigen Erfolgsaussichten.
Präparate, die auf konjugierten Linolsäuren basieren, sollen für "weniger Fett, mehr Figur" (Fit + Vital Pro Figur Plus, Kapseln) sorgen oder "die Fettverbrennung unterstützen und die Fetteinlagerung reduzieren" (Schaebens Fett Stoffwechsel Aktivator, Kapseln). Konjugierte Linolsäure scheint die Körperzusammensetzung in Richtung weniger Fett und mehr fettfreie Masse beeinflussen zu können. Allerdings ist die Studienlage nicht einheitlich.
Obwohl L-Carnitin immer wieder die Rolle eines Fatburners zugeschrieben wird, verbrennt die Substanz kein überschüssiges Fett.
Die in Extrakten aus der tropischen Frucht Garcinia cambogia enthaltene Hydroxycitronensäure soll "den Fettstoffwechsel unterstützen" (Kneipp Figur Balance, Kautabletten). Der Effekt ist aber nicht ausreichend belegt. Gleiches gilt für Extrakte aus grünem Tee oder Kaffee.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
Informationen anzeigen
Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
Mehr Artikel zu diesem Themengebiet
Salat:
Letzter BlattzLinsen:
Das ging in die LinsenButter:
Arme KuhLebensmittel mit Zuckerkulör:
Farbstoff mit TückenGlyphosat in Getreideprodukten:
Auf die Spritze getriebenDer Diäten-Wahnsinn:
Wie Sand im MeerLecker Beeren:
Endlich wieder Beerensaison!Mindesthaltbarkeitsdatum:
Von wegen verdorben!Verpackungsalternativen:
Grün oder doch nicht grün?Spezialitäten aus Deutschland:
Alles Gute!Leserfrage: Einfrieren in MarmeladengläsernLeserfrage: Weißer Zucker durch Tierkohle?Leserfrage: Pestizide in TraubensaftLeserfrage: Nur Wasser in die Plastikflasche?Leserfrage: Süßungsmittel Sucolin Ernährung / Essen / Trinken
Online-Service für Abonnenten - ANZEIGE -
News
Unrühmliche Bilanz einer Oxfam-Studie: Global Player wie Danone, Nestlé oder Coca-Cola zahlen unfaire Löhne und beuten die Landbevölkerung in vielen Teilen der Erde aus.
» News lesenVerbraucher sollen informiert werden, wenn Lebensmittelbetriebe in Sachen Hygiene schlampen. Allerdings machen die wenigsten Behörden Verstöße öffentlich. Immer mehr Gerichte stoppen die "Schmuddellisten".
» News lesenInterview mit Jürgen Stellpflug, Chefredakteur von ÖKO-TEST, zu umweltbewusst einkaufen.
» News lesenWas heißt eigentlich überhaupt "umweltbewusst einkaufen"? Auf welche Siegel kann man sich verlassen? Die Antworten darauf will ein kostenloses E-Book liefern.
» News lesenWurst, Fastfood oder Instantprodukte: Phosphate werden vielen Lebensmitteln zugesetzt. Dr. Kai Hahn von der Taskforce "Phosphate in food" hält das für ein Gesundheitsrisiko.
» News lesenWWF hat jetzt einen Sushi-Ratgeber zum Runterladen unter www.wwf.de im Angebot. Ein Ampelsystem informiert, wie dezimiert welche Fischart ist.
» News lesenSchweden diskutiert eine europaweite Steuer auf Fleisch. Damit sollen der Fleischkonsum und der dadurch verursachte Kohlendioxidausstoß reduziert werden.
» News lesenBio-Verbände kritisieren: Das kürzlich vom Deutschen Tierschutzbund eingeführte Label schützt die Tiere nicht.
» News lesen » mehr News anzeigen Aktuelle Themen

Wasserfußabdruck - Rund 4.000 Liter Wasser "verschwendet" jeder Deutsche durchschnittlich pro Tag. Die Rede ist vom sogenannten virtuellen Wasser. Darunter versteht man die Menge, die während der gesamten Produktionskette aufgewendet oder verschmutzt wird.
» Artikel lesen 
Community Supported Agriculture - Hinter dem Begriff Community Supported Agriculture – kurz CSA – steht wortwörtlich übersetzt eine "gemeinschaftsunterstützte Landwirtschaft". Das ÖKO-TEST-Special wirft einen Blick hinter die Kulissen dieser bäuerlichen Direktvermarktung.
» Artikel lesen 
Über ÖKO-TEST - CSR und Nachhaltigkeit - Immer häufiger berücksichtigen wir CSR und Nachhaltigkeit in unseren Testurteilen.
» Artikel lesen 
Der Diäten-Wahnsinn - Diäten gibt es wie Sand am Meer. Ob sie zum dauerhaften Abnehmen taugen, hängt vor allem davon ab, was auf den Teller kommt. ÖKO-TEST hat einige Diäten überprüft. Nicht alle können wir zum Abspecken empfehlen.
» Artikel lesen » mehr Themen anzeigen