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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2011
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Tapeten, Vlies



Hurra, endlich eine neue Wohnung gefunden! Die Tapeten sind zwar von anno dazumal, aber neu Tapezieren sollte selbst für den Gelegenheitsheimwerker kein Problem sein. Also: Ärmel hochgekrempelt und ab in den Baumarkt. Dort sind Vliestapeten zurzeit schwer im Trend. Wir wollten wissen, wie es mit deren Qualität bestellt ist und kauften zehn weiße Vliestapeten mit einer Putzstruktur und drei glatte Vliese ein.

Das Testergebnis

Mit Ausnahme der Erfurt Vliesfaser Tapete Basic 4301 sind alle Vliestapeten mit Weichmachern und anderen Schadstoffen belastet und "ungenügend". Die glatten Vliese enthalten zwar kein PVC und keine Weichmacher, doch unterm Strich konnte auch hier nur ein Produkt, das Marburg Patent Vlies 9869, mit dem Testurteil "gut" überzeugen.

Fast alle strukturierten Tapeten sind mit umweltbelastenden PVC/PVDC/chlorierten Kunststoffen aufgeschäumt und enthalten große Mengen an Phthalatweichmachern, die in Babyartikeln und Kinderspielzeug, die in den Mund genommen werden können, verboten sind. Über den Hausstaub verbreiten sie sich in der Wohnung und können aufgenommen werden. Einzig Hersteller Erfurt hat ein Verfahren entwickelt, bei dem die Strukturen unter Wärme direkt in das Vlies eingeprägt werden.

In sechs Produkten konnte das von uns beauftragte Labor nach ÖKO-TEST-Maßstäben zu viel giftiges Dibutyl- beziehungsweise in einem Fall auch Tributylzinn nachweisen. Am höchsten belastet ist das Novamur Hochwertiges Fertigvlies 6040-10.

Alle Produkte gasten mehr oder weniger große Mengen flüchtige organische Verbindungen (VOC) aus. Wir vergeben in vier Fällen dafür einen Minuspunkt.

Im Praxistest schnitten immerhin drei Vliestapeten mit "sehr gut" ab, die schlechtesten Produkte sind "ausreichend".

So reagierten die Hersteller

Die Firma Rasch versicherte, dass sie ebenso wie ihr Lieferant keine zinnorganischen Verbindungen einsetze. Das von uns beauftragte Labor bestätigte jedoch die Analyseergebnisse und hält Verunreinigungen der eingesetzten Rohstoffe für eine mögliche Ursache.

Anbieter Sto weist uns darauf hin, dass das Profihandwerk die Zielgruppe ist: "Hier ist es üblich und auch Anforderung, mit breiter Rollenware zu arbeiten." Die Rollenabmessung von StoTap Pro 100 P sei für großflächige Objekte gedacht. Die werkseitige Pigmentierung erspare das Anstreichen.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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