Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 8:2010
Riester-Renten sind als Unisextarife kalkuliert. Das bedeutet, Männer und Frauen erhalten für den gleichen Beitrag auch eine gleich hohe Rente. Das ist vom Staat so vorgeschrieben und klingt gut. Da Männer und Frauen in der Praxis jedoch eine unterschiedlich hohe Lebenserwartung haben, wird die Rente beiden Geschlechtern unterschiedlich lang gezahlt - und das hat Einfluss auf die Rendite. Frauen profitieren von den Unisextarifen. Im Schnitt erzielen sie eine um 0,54 Prozentpunkte höhere Rendite als Männer. 25-jährige Frauen kommen bei guten Anbietern unter den Klassiktarifen, wie der Hanse-Merkur 24 und der Postbank-Lebensversicherung zum Beispiel, auf rund 1,57 bzw. 1,49 Prozent Rentenrendite garantiert und 4,39 bis 4,35 Prozent prognostiziert. Das ist eine ordentliche Verzinsung.
Wie stark der Unisexeffekt die Rentenrendite nach oben hebelt, hängt aber auch vom Alter der Frau bei Vertragsabschluss ab: Während 25-jährige Frauen (Modellfall 1) nur 0,54 Prozent Zinsvorteil erzielen, haben Frauen, die den Vertrag erst mit 50 abschließen, sogar einen Zinsvorteil von 0,76 Prozentpunkten gegenüber gleichaltrigen Männern. Das bedeutet: Für Frauen - und dabei vor allem für ältere Frauen - ist die Riester-Rente das bessere Geschäft - insbesondere im Vergleich zu anderen Vorsorgeangeboten, die nicht auf Basis einer Unisex-Sterbetafel kalkuliert sind. Die beiden Topanbieter bei den Klassiktarifen für Frauen, zu denen im Modellfall 6 aber streng genommen nur noch die Hanse Merkur 24 zählt, sichern Frauen im fortgeschrittenen Alter immerhin noch 1,08 bis 1,22 Prozent Rentenrendite pro Jahr zu und stellen bei den Renten mit Überschuss immerhin noch Renditen von 3,21 bis 3,38 Prozent in Aussicht. Zum Vergleich: Männer gleichen Alters müssen sich bei denselben Anbietern mit mageren 0,48 bzw 0,33 Prozent bei den garantierten Renten und 2,70 bzw. 2,52 Prozent bei den Gewinnrenten begnügen.