Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 8:2010
Auch die Überschüsse sprudeln bei diesen Tarifen nicht wirklich üppig. Im Schnitt bringen fondsgebundene Renten mit Garantie mickrige 0,05 Prozentpunkte Mehrertrag. Das wirft die Frage auf, ob fondsgebundene Renten mit Garantieleistung nicht nur ein Marketingprodukt der Versicherungsbranche sind. Die Kombination aus hohen Ertragschancen plus Garantie auf Kapitalerhalt lässt sich halt gut verkaufen. Einen Vorteil für Anleger bringen diese Tarife jedoch nicht. Im Gegenteil: Sie bieten weniger Sicherheit, aber kaum mehr Ertrag als Klassiktarife.
Weil die Branche das weiß, gehen einige Anbieter dazu über, die sichere Leistung noch weiter auszudünnen. Sie legen nur noch einen Bruchteil vom Einmalbeitrag in ihrem sicheren Deckungsstock an. Der Rest wird in Garantiefonds und frei wählbare Investmentfonds investiert. Bei solchen Tarifen, wie der Investmentrente von Targo (ehemals CiV-Versicherung aus dem Citybankkonzern), wird aber nicht mehr der volle Kapitalerhalt zu Rentenbeginn garantiert. Vielmehr werden nur 75 Prozent vom Einmalbeitrag wirklich sicher angelegt. Entsprechend mager ist die garantierte Rentenleistung. Sie liegt mit 130,50 Euro beim Mann fast 50 Euro niedriger als beim Targo Klassiktarif. Der Kunde muss also pro Jahr auf rund 600 Euro sichere Rentenleistung verzichten. Dennoch gibt es im Gegenzug keinesfalls mehr Ertrag. Denn bei der Targo-Investmentrente kann der 60-Jährige in fünf Jahren lediglich 198 Euro Monatsrente inklusive Überschuss erwarten. Das sind sogar noch vier Euro weniger als beim Targo Klassiktarif. Mit den Spitzenreitern bei den Klassiktarifen kann die Investmentrente erst recht nicht mithalten. Die Hannoversche Leben, die Hanse Merkur und Ergo Direkt stellen unserem Musterkunden locker bis zu 15 Euro mehr Monatsrente in Aussicht, und zwar ganz ohne vermeintlich chancenreiche Fondsanlage.